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Albertina
Alex Katz. Prints bis 29. August 2010 Vom 28. Mai bis zum 29. August 2010 zeigt die Albertina unter dem Titel „Alex Katz Prints“ einen
Überblick über das druckgrafische Oeuvre dieses Künstlers. Katz hat sein gesamtes druckgrafisches Werk im Herbst 2009
der Albertina geschenkt. Die Ausstellung präsentiert eine repräsentative Auswahl daraus, beginnend in
den 1960er Jahren bis heute. Gezeigt werden rund 150 Druckgrafiken, Cutouts (bemalte bzw. bedruckte
Aluminium-Silhouetten) sowie Künstlerbücher. Alex Katz, 1927 in New York geboren, zählt zu den bedeutendsten
US-amerikanischen Künstlern unserer Zeit. Ausgehend vom Allover, der Bildidee des Abstrakten
Expressionismus, beschreitet Alex Katz noch vor dem Aufkommen von Minimalismus und Pop Art einen eigenen Weg der
gegenständlichen Malerei. Neben dem Studium der klassischen Avantgarden und der formalen
Reduktionsverfahren der Werbegraphik sind seine wichtigsten Lehrmeister die französischen Nabis des frühen
20.Jahrhunderts, die amerikanischen Realisten der Zwischenkriegszeit und, nicht zuletzt, das direkte Porträt- und
Naturstudium. Spätestens seit der Ausstellung "Birth of the Cool“ (1997 in Hamburg und Zürich) gilt er als zentrale
Figur einer US-amerikanischen selbstreflexiven Maltradition, für die der Gleichklang von Rationalität, Sinnlichkeit und
Abstraktion kennzeichnend ist. Ikonengleich schildert der Künstler in monumentalen Formaten scheinbar leidenschaftslose
Motive aus dem Leben der New Yorker Intellektuellen- und Kunstszene und der gut situierten Freizeitgesellschaft. Ein
weiterer Schwerpunkt liegt in der Darstellung von zugleich unmittelbar und unnahbar wirkenden Naturidyllen von Maine im
Nordosten der USA. Die Ausstellung ermöglicht einen Einblick in das kühle, unnahbare und reduzierte
druckgrafische Werk von Alex Katz von der Mitte der 60er-Jahre bis heute. Heinrich Kühn. Die
vollkommene Fotografie bis 29. August 2010 Die
Albertina zeigt vom 11. Juni bis 29. August 2010 die Ausstellung "Heinrich Kühn. Die vollkommene Fotografie", die
bisher umfassendste Personale des Künstlers weltweit. Die Albertina-Kuratorinnen Dr. Monika Faber und Dr. Astrid Mahler
konzipierten diese Ausstellung mit rund 150 Werken, davon einige wichtige Werkgruppen aus den Beständen der Albertina.
Durch ihre langjährige Forschungsarbeit kann das Werk Kühns nun zum ersten Mal in einen breiten Kontext gestellt
werden. Im Anschluss wird die Ausstellung im Musée d’Orsay in Paris und im Museum of Fine Arts in Houston/Texas zu
sehen sein. Das fotografische Bild als Möglichkeit, eine künstlerische Vision ebenso präzise und
kreativ zu realisieren wie in Malerei oder Zeichnung: Das war das lebenslange Ziel Heinrich Kühns, einer zentralen
Gründergestalt der internationalen Kunstfotografie um 1900. Durch ihn und seine Freunde wurde das stilisierte Lichtbild
ebenso Teil des von den Sezessionisten angestrebten Gesamtkunstwerks wie Raumkunst, Kleidung oder Gebrauchsgrafik.
Wichtigstes Instrument dafür war der von Kühn zur Perfektion entwickelte sogenannte "Gummidruck", mit
dem man aus einem fotografischen Negativ einen Druck erzeugen konnte, der durch die völlig freie Wahl von Papier und
Pigment eher einer Kohlezeichnung oder Radierung glich als einer konventionellen Fotografie. Damit ließen sich die
Helligkeitskontraste gezielt Kühns Bildvorstellungen anpassen und die als „unkünstlerisch“ abgelehnte Bildschärfe nach
Belieben auflösen. Gegen 1910 reduzierte Kühn den romantischen Kosmos des "Piktorialismus" auf wenige Themen, bis fast
abstrakte Kompositionen von zeitloser Ausgewogenheit entstanden. Walton Ford. Bestiarium bis 10. Oktober 2010 Die Albertina zeigt ab dem 18. Juni
2010 erstmalig in Österreich das Werk des amerikanischen Künstlers Walton Ford (geb. 1960). Die Ausstellung versammelt
22 großformatige Arbeiten des Künstlers aus den letzten 10 Jahren. Ein wilder Truthahn, der einen kleinen Papagei mit
seinen Klauen zerquetscht, eine Affenhorde, die einen sorgsam gedeckten Tisch verwüstet oder ein Büffel, umgeben von
einem Rudel blutver-schmierter Wölfe inmitten eines gepflegten französischen Gartens. Ford malt mit der erprobten
Technik eines naturwissenschaftlichen Zeichners. Seine Werke pulsieren von der Intensität beklemmender Vertrautheit;
sie sind zugleich beruhigend durch ihren Stil und verstörend durch ihren Inhalt. Mit Titeln wie "An Encounter with Du
Chaillu", "Borodino", "The Sensorium" oder "Royal Menagerie at the Tower of London" verwischen seine Zeichnungen nicht
nur die Trennlinie zwischen Mensch und Tier, sondern öffnen auch die Tür zu einer Welt aus Fantasien und Träumereien.
Walton Fords stets lebensgroße, alle Einzelheiten abbildende Tieraquarelle erscheinen auf den ersten
Blick unzeitgeistig zu sein und hinterfragen daher sogleich die eingefahrenen Erwartungshaltungen gegenüber dem
Regelwerk zeitgenössischer Ästhetik. In ihrem altmeisterlichen Stil erinnern und zitieren Walton Fords farbenprächtige
Bilder die Natur- und Tierdarstellungen berühmter Künstler des 19. Jahrhunderts. Sie erscheinen als Widerhall
vergangener kolonialer Zeiten und verknüpfen das vermeintlich Überwundene mit aktuellen Szenen. In seinen narrativen
Arbeiten erweist sich Ford als ein Künstler, der das Tradierte variiert, um ein bildnerisches Universum unendlich
komplexer und verstörender Anspielungen zu entwerfen. Seine Tierdarstellungen zeugen von großem kunst- und
naturwissenschaftlichem Wissen auf der Suche nach Analogien zwischen Gestern und Heute. Sie entwerfen ein
zeitgenössisches "Bestiarium" von eindringlicher Imaginationskraft. Schon früh faszinierten Walton
Ford, der 1960 in Larchmont im Staat New York geboren wurde und heute in den Bergen der Berkshires in Massachusetts
lebt, die Ausstellungsstücke des Naturkunde-museums von New York. Besonders intensiv setzte er sich mit Werken des
US-amerikanischen Ornithologen und Tierzeichners John James Audubon (1785-1851) auseinander. Auf der Suche nach
Analogien zwischen Gestern und Heute entstehen seit den 90er Jahren Bilder, in denen Walton Ford detailreiche
Darstellungen von Naturgeschichte mit aktuellen Auffassungen und kritischen Kommentaren überblendet und in
altmeisterlicher Schrift Textquellen vergangener Jahrhunderte zitiert. Mit seinen Werken, die sich wie Satiren auf
politische Unterdrückung und die Ausbeutung der Umwelt lesen, hinterfragt er das seit der Renaissance vorherrschende
Diktum des "Immer Neuen", "Immer Besseren". Zugleich stellt er eingefahrene Erwartungshaltungen gegenüber dem Regelwerk
zeitgenössischer Ästhetik zur Diskussion. Farbenprächtig öffnen seine Bilder den Blick für eine Wirklichkeit, die wir
verdrängt oder vergessen haben. Mit seinem Werk, das als Solitär aus der Gegenwartskunst herausragt und
in den USA bereits große Aufmerksamkeit auf sich zog, zeigt sich der Künstler bewusst als ein Outsider im
zeitgenössischen Kunstbetrieb. MEISTERWERKE DER MODERNE. DIE SAMMLUNG BATLINER SCHAUSAMMLUNG DER ALBERTINA Seit Mai 2009
präsentiert die Albertina eine Dauerausstellung aus eigenen Beständen. Möglich gemacht hat dies die Übergabe der
Sammlung Batliner im Jahr 2007 an die Albertina. Die Präsentation wird ergänzt durch außergewöhnliche Werke von Paul
Klee der Sammlung Carl Djerassi und Hauptwerke der Sammlung Eva und Mathias Forberg. Weitere Exponate anderer
Sammlungen, die der Albertina übergeben wurden, vervollständigen die Neupräsentation. Die
Schausammlung präsentiert die spannendsten Kapitel aus 130 Jahren Kunstgeschichte vom Impressionismus bis in die
jüngste Gegenwart. Gemälde von Monet, Renoir, Cézanne, Matisse, Miró, Klee, Kandinsky, Chagall u.a. geben einen
Überblick über die Kunst des französischen Impressionismus und Postimpressionismus, der Fauves, des Expressionismus und
der Russischen Avantgarde. Mit Bildern des späten Picasso, Exponaten von Rothko oder Bacon führt die Ausstellung bis
zur Kunst der 2. Hälfte des 20. Jh. und findet ihren Abschluss in Arbeiten von zeitgenössischen Künstlern wie Anselm
Kiefer und Gerhard Richter. Öffnungszeiten: Täglich 10 - 18 Uhr, Mittwoch 10 - 21
Uhr Albertina - Albertinaplatz 1, 1010 Wien Tel. +43
(0)1 534 83-0; Fax: +43 (0)1 534 83-430 E-Mail: info@albertina.at - Internet: www.albertina.at
Museum für Völkerkunde
Imperial Sightseeing Die Indienreise von Erzherzog Franz Ferdinand von
Österreich-Este 7. Juli bis 13. September 2010
Auf seiner Weltreise 1892/93 erkundete Erzherzog Franz Ferdinand unter anderem auch Indien und Sri Lanka. Berühmte
Fotografen wie der Wiener Eduard Hodek jun. oder Lala Deen Dayal dokumentierten seine Erlebnisse zwischen Tigerjagd und
Hofzeremoniell. Die Ausstellung präsentiert erstmals ca. 80 historische Fotografien sowie Miniaturen
auf Elfenbein und Papier aus der enormen „Souvenirsammlung“ des Erzherzogs im Wiener Museum für Völkerkunde.
Eine Kooperation zwischen dem Institut für Kunstgeschichte der Universität Wien und dem Museum für
Völkerkunde. Kuratorin: Regina Höfer, Universität Wien, Institut für Kunstgeschichte
Zur Ausstellung erscheint eine E-Publikation: ISBN 978-3-200-01875-4 Kostenfreier
Download: imperial-sightseeing.univie.ac.at James Cook und die Entdeckung der Südsee bis 13. September
2010 Eine Ausstellung des Museums für Völkerkunde, Wien in Kooperation mit der Kunst-
und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn und dem Historischen Museum, Bern James
Cook (1728–1779) verdankt seinen bis heute anhaltenden Ruhm seinen drei zwischen 1768 und 1779 unternommenen
Weltumsegelungen auf der Suche nach einem vermuteten Südkontinent und einer Nordwestpassage zwischen Asien und Amerika.
Die von einem internationalen Team aus Wissenschaftlern und Künstlern begleiteten Reisen dienten sowohl der Forschung
als auch geostrategischen Interessen. Während die Wissenschaftler im Geist der Aufklärung zu einer auf die Vernunft
gestützten Erklärung der Welt beitrugen, förderten die Bilder und Berichte der Reisenden die Entstehung eines
romantischen Bilds der Südsee als Inselparadies mit weitem Horizont und ungeahnten Freiheiten. Cooks gewaltsamer Tod
auf der von ihm entdeckten Inselgruppe Hawaii machte ihn unter Zeitgenossen zum Helden der europäischen Besitznahme der
Welt. Mit rund 500 Exponaten aus Museen und Sammlungen in aller Welt erzählt die Ausstellung von James
Cooks Reisen zu den letzten Grenzen der Erde und ihren Ergebnissen. Sie zeigt kostbare Kulturdokumente der Völker der
pazifischen Inselwelt und der Nordwestküste Nordamerikas, darunter beeindruckende Federarbeiten, verzierte
Rindenbaststoffe und Schnitzwerke, aber auch die Geräte des täglichen Bedarfs. Gemeinsam mit den von den Reisen
stammenden Gemälden und Zeichnungen legen sie Zeugnis ab von der Welt der Südsee, die damals von der westlichen
Zivilisation noch unberührt war, und vom Abenteuer der spektakulärsten Entdeckungsreise des 18. Jahrhunderts.
Öffnungszeiten: Täglich außer Dienstag von 10 bis 18 Uhr Museum für Völkerkunde - Neue Burg, Heldenplatz, 1010 Wien Tel. +43 1
525 24- 0 | Fax +43 1 525 24- 5199 E-mail: info@ethno-museum.ac.at - Internet:
www.ethno-museum.ac.at
Österreichisches Theatermuseum
Thomas Bernhard und das Theater „Österreich selbst ist nichts als
eine Bühne“ bis 4. Juli 2010 Die
Ausstellung bietet im Jahr der 20. Wiederkehr des Todestages von Thomas Bernhard einen umfangreichen Einblick in dessen
Theaterschaffen, wobei die Konzentration auf den beiden österreichischen Uraufführungsorten seiner Stücke liegt:
Salzburg und Wien. Anhand von fünf in diesen Städten erstmals aufgeführten Dramen werden zentrale Aspekte der
Theaterarbeit Bernhards beleuchtet. Im Mittelpunkt steht die Entstehungsgeschichte von Der Ignorant
und der Wahnsinnige (1972), Die Macht der Gewohnheit (1974), Der Theatermacher (1985), Ritter, Dene, Voss (1986) und
Heldenplatz (1988). Es geht in diesen Werken um Kunst und Künstlertum in einer kunstfeindlichen Zeit, um das
vergebliche Ringen um Perfektion und Beherrschung, es geht um Macht und Besessenheit. Und es geht immer wieder um
Österreich: um die nationalsozialistische Vergangenheit und ihr Weiterwirken, aber auch um den aktuellen Zustand des
Staates und seiner Protagonisten. Anhand zahlreicher Dokumente aus Bernhards Nachlass,
Entwurfszeichnungen und Szenenfotos wird eine der ungewöhnlichsten Karrieren der österreichischen Literatur- und
Theatergeschichte nachgezeichnet – zwischen spektakulären Bühnentriumphen und viel diskutierten Skandalen. Dabei wird
auch der Anteil der wichtigsten Theaterkünstler an dieser Erfolgsgeschichte sichtbar: die Rolle von Claus Peymann als
Regisseur und von Karl-Ernst Herrmann als Bühnenbildner, die Bedeutung von Schauspielern wie Bernhard Minetti, Traugott
Buhre, Marianne Hoppe, Kirsten Dene, Bruno Ganz, Wolfgang Gasser, Martin Schwab, Gert Voss usf.
Darüber hinaus macht die Ausstellung deutlich, welche Realitätsbereiche in diesen Dramen auf spannungsvolle Weise
miteinander in Beziehung gesetzt werden: die Welt des Zirkus, des Theaters, der Musik, aber auch die großbürgerliche
Gesellschaft Wiens und die österreichische Politik und Zeitgeschichte – Bernhards letztes Stück Heldenplatz steht für
einen der größten Theaterskandale dieses Landes, dessen mediale und politische Inszenierung ausführlich dargestellt
wird. Die Schau wurde von Manfred Mittermayer und Martin Huber kuratiert, von Peter Karlhuber
gestaltet und in Kooperation mit dem Thomas-Bernhard-Archiv und der Thomas Bernhard Privatstiftung konzipiert.
Gustav Mahler und Wien „leider bleibe ich ein
eingefleischter Wiener“ bis 3. Oktober 2010 Gustav Mahler (1860–1911) gilt als Genie des Fin de Siècle und zu gleichen Teilen als Vollender der
romantischen Symphonie und als Wegbereiter der Neuen Musik. Die 150. Wiederkehr seines Geburtstags nimmt das
Österreichische Theatermuseum zum Anlass, dem Komponisten und Hofoperndirektor in seinen vielfältigen Beziehungen zu
Wien nachzuspüren. Von der Ausbildung des hochbegabten 15-Jährigen über die bahnbrechende Opernreform
gemeinsam mit dem Bühnenbildner Alfred Roller und die internationalen Erfolge als Dirigent bis zur Heimkehr des
Todkranken erzählt die Ausstellung von Leben und Werk einer paradigmatischen Künstlerpersönlichkeit, die – geprägt vom
fruchtbaren Spannungsfeld der „Wiener Moderne“ – die Welt der Musik weit über den Tod hinaus beeinflusst hat.
Die Ausstellung wurde von Reinhold Kubik und Thomas Trabitsch kuratiert und von Blaich + Delugan
gestaltet. Sie entstand in Kooperation mit der Internationalen Gustav Mahler Gesellschaft, dem Arnold Schönberg Center,
der Gesellschaft der Musikfreunde, der Österreichischen Nationalbibliothek, den Wiener Philharmonikern u. a. Wichtige
Leihgaben verdankt sie weiters der Morgan Library and Museum New York, dem Magyar Nemzetí Múzeum in Budapest, der
Médiatèque Musicale Mahler in Paris und dem Richard-Wagner-Museum in Bayreuth. Spielräume -
Bühnenformen im Modell Acht Beispiele aus der Sammlung des Österreichischen
Theatermuseums Ausstellung im 2. Stock des Palais Lobkowitz bis
31. Dezember 2010 Im Laufe der Jahrhunderte entwickelten sich die unterschiedlichsten
Formen von Bühnen- und Zuschauerräumen. Je nach Epoche und Weltbild sind Stellenwert und optische Gestaltung der
Theaterräume mannigfaltig: Im Mittelalter bilden sakrale oder profane Orte die Spielbühne, auf der Zuschauer und
Darsteller gemeinsam agieren. Das Kirchenschiff oder der Marktplatz kennzeichnen die Spielorte, zu denen Publikum und
Darsteller gemeinsam ziehen, um der meist liturgischen Handlung zu folgen (Simultanbühne). Erst in der
Renaissance und in der Barockzeit ließen Herrscher, adelige Familien oder reiche Kaufleute und Stadtherren als
Machtdemonstration und zu Repräsentationszwecken eigene Gebäude für den Theaterspielbetrieb erbauen. Der Zuschauerraum
wird nun durch das Proszenium vom Bühnenraum getrennt. Es entstand die Guckkastenbühne, wie sie auch heute noch in den
großen Opern- und Sprechtheatern präsent und prominent ist. Bis in das 20. Jahrhundert blieb diese Bühnenform der
Rahmen für illusionistisches Dekor zur Illustration der Handlung. Für einen raschen Szenenwechsel
werden bemalte Leinwände (Kulissen) auf fahrbare Rahmen gespannt und hintereinander gestaffelt in den „Guckkasten“
gesetzt und hin- und herbewegt (Kulissenbühne); der Bühnenboden als Scheibe auf drehbare Konstrukte gestellt,
intensiviert und fördert einen ungebrochenen Handlungsablauf (Drehbühne). Programmatische Schriften,
Theaterarbeiten engagierter Architekten und Theateravantgardisten sowie nicht zuletzt technische Errungenschaften, wie
die Einführung des elektrischen Lichts in den Theatern, ließen Experimente im Umgang mit dem Bühnenraum zu. Das Modell
der Raumbühne von Friedrich Kiesler oder die Idee von Hans Fritz, aus Würfeln und anderen geometrischen Formen ein
Bühnenbild zu abstrahieren, stehen stellvertretend für Versuche einer Neuorientierung im Bühnen- und Theaterbau.
Exemplarisch können die ausgewählten Modelle nicht nur einige formale Kriterien der Spielräume,
sondern auch die unterschiedlichen Positionen des Publikums zur Bühne zeigen. Wie sich der Darstellungsstil im
Zusammenhang mit der Bühnenform verändert – vom Simultanspiel über das Rampenspiel zum Raumspiel – kann so anschaulich
erläutert und nachvollzogen werden. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag: 10 bis 18
Uhr Österreichisches Theatermuseum - Lobkowitzplatz 2, 1010 Wien
Tel.: (+43 1) 525 24 - 3460; Fax: (+43 1) 525 24 - 5399 E-mail:
info@theatermuseum.at - Internet:
www.theatermuseum.at
Österreichische Galerie Belvedere
Gefährdet - Konserviert - Präsentiert Der Korbinianaltar von Friedrich
Pacher Prunkstall, Unteres Belvedere bis 18. Juli
2010 Nur selten gelingt es, einen vom Schicksal der Zerteilung betroffenen gotischen
Flügelaltar wieder zusammenzuführen. Der Korbinianaltar der Wallfahrtskirche St. Korbinian in Assling (Osttirol) ist
ein solches jüngst wiedervereinigtes Altarwerk. Es wird im Schaudepot Schatzhaus Mittelalter des
Belvedere erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. An diesem Altar aus der Zeit um 1480 waren die Werkstätten zweier
Meister tätig, die zu den führenden Künstlerpersönlichkeiten des ausgehenden Mittelalters in Südtirol zählen: Friedrich
Pacher und seine Werkstatt schufen die gemalten Teile, die Skulptur des heiligen Korbinian im Altarschrein wird dem
Bildschnitzer Hans Klocker zugeschrieben, der in Brixen tätig war. Vor rund 150 Jahren wurden die
beiden Flügel des Korbinianaltars vom Schrein getrennt. Sie galten bis zu ihrer Wiederentdeckung durch den Münchner
Kunsthistoriker Ulrich Söding als verschollen. In vier Einzelgemälde gespalten, befanden sich die Tafeln im Besitz des
Amsterdamer Kunsthändlers Jacques Goudstikker, dessen Sammlung 1940 zwangsverkauft wurde und teilweise in die Sammlung
Hermann Görings in Carinhall einging. Nach dem Krieg wurden sie dem niederländischen Staat rückerstattet und 2006 an
die Erben Goudstikkers restituiert. 2007 konnten die Tafeln schließlich von der Tiroler Landesgedächtnisstiftung bei
Christie’s in London erworben werden. Der bedeutende Ankauf für das Land Tirol gab Anlass zu einer
aufwändigen Untersuchung und Restaurierung des gesamten Altars, die in den Werkstätten des Bundesdenkmalamts erfolgten.
Das Belvedere zeigt den frisch restaurierten kompletten Altar vor seiner Rückführung nach St. Korbinian im Rahmen der
Ausstellungsreihe Gefährdet - Konserviert - Präsentiert in Kooperation mit dem Bundesdenkmalamt.
Eine wissenschaftliche Begleitpublikation beleuchtet das Werk in seinem historischen und
kunsthistorischen Kontext und bietet eine ausführliche Dokumentation der aktuellen Restaurierung. Prunkstall, Schatzhaus Mittelalter - Rennweg 6, 1030 Wien
Öffnungszeiten: Täglich 10 bis 12 Uhr und für Gruppen nach Voranmeldung
Meisterwerke im Fokus: Anton Romako - Tegetthoff in der Seeschlacht
bei Lissa Oberes Belvedere bis 25. Juli 2010 Die Fokus-Ausstellung Anton Romako - Tegetthoff in der Seeschlacht bei Lissa feiert
die außergewöhnliche Modernität dieses Historienbildes, die präzise Konzentration auf den entscheidenden Augenblick der
Schlacht, und wirft zugleich einen neuen Blick auf Anton Romako: Der Künstler, der heute vor allem als Porträtist
bekannt ist, sah sich selbst als Historienmaler und wollte als solcher reüssieren. Seine Zeitgenossen hatten kein
Verständnis für dieses Gemälde - erst lange nach Romakos Tod erlangte es zunehmende Berühmtheit, heute gehört es zum
Kanon der europäischen Kunstgeschichte des 19. Jahrhunderts. Die Bedeutung der Historienmalerei im
Selbstverständnis des 19. Jahrhunderts, Romakos Stellung als Historienmaler, die Rezeptionsgeschichte des Bildes und
schließlich das Bild selbst in seiner revolutionären Auffassung der Schilderung eines geschichtlichen Ereignisses sind
die Themen der Ausstellung. Die Schau, die auch den Ablauf der Schlacht darstellt, präsentiert in mehr als 60 Exponaten
neben Gemälden und Zeichnungen auch historische Fotografien, militärische Ausrüstungsgegenstände sowie ein Modell der
siegreichen österreichischen Panzerfregatte „Ferdinand Max“. Zur Ausstellung erscheinen ein Katalog und
eine Monographie mit neuem Werkverzeichnis. Oberes Belvedere - Prinz
Eugen-Straße 27, 1030 Wien Öffnungszeiten: Täglich 10 bis 18 Uhr Bert Neumann. Setting of a Drama Augarten Contemporary bis 29. August 2010 Mit der Ausstellung Setting of a
Drama wird im Augarten Contemporary erstmals die Arbeit eines Bühnenbildners gezeigt. Für Bert Neumann, einen
der wichtigsten Bühnenbildner im deutschsprachigen Raum, bildet die Frage nach Kunst und Leben die Folie für die
Konzeptionen seiner Theaterräume. Baugerüste und Container sind die Instrumente für temporäre Architekturen, die
Neumann diesmal nicht im Theater, sondern im Ausstellungsraum des Augarten Contemporary in Szene setzt. Die
Raumbehälter werden zu Displays für das Zusammenspiel von Theater, Film, Architektur und bildender Kunst.
Berliner Schaubuden und Rummelplätze um 1900 waren wichtige Motive für den Fotografen Heinrich Zille,
der diesen vorläufigen Architekturen in seinen Fotografien einen besonderen Ausdruck verlieh. Bert Neumann nimmt die
Formensprache der aus einfachen Holzbrettern zusammengezimmerten und mit Stoff verhängten Theaterräume auf, zitiert sie
beispielsweise in dem mit Markisenstoff verkleideten Eingang des Augarten Contemporary. Die Wertschätzung eines
Theaters, das jenseits bürgerlicher Theaterformen angesiedelt ist, zielt nicht auf eine sentimentale Wiederbelebung der
Jahrmarktkultur als vielmehr auf eine spannungsvolle Balance von Fortschritt und Konvention. Denn die minimale Ästhetik
von Eisenstangen, Brettern und schreierischen Schrifttafeln, die die Vergnügungen anpreisen, spricht sich für einen
leidenschaftlichen Handel mit Affekten und Gefühlen aus. Im Augarten Contemporary strukturiert Neumann
die Ausstellungshalle komplett um, indem er unter anderem eine zweite Ebene einzieht. Im darunter liegenden „Dark Room“
werden Stummfilme gezeigt, die der Bühnenbildner seit 2007 bei den unterschiedlichen Theaterproduktionen, für die er
die Bühnenbilder entwirft, gleichsam als Tagebuch dreht. Setting of a Drama ist eine Anordnung
mehrerer Bühnenbereiche, die von Neumann und seinen Freunden - darunter der Autor und Regisseur René Pollesch und der
Schauspieler Martin Wuttke - situativ bespielt wird. Der Ausstellungsraum wird zum Bühnenraum und umgekehrt wird ein
theatralischer Raum zu einer Ausstellung. Eine Produktion des Augarten Contemporary in Zusammenarbeit
mit den Wiener Festwochen. Augarten Contemporary - Scherzergasse 1a,
1020 Wien Öffnungszeiten: Donnerstag bis Sonntag: 11 bis 19 Uhr Alfred Hrdlicka. Schonungslos! Orangerie, Unteres Belvedere
bis 19. September 2010 Das Belvedere widmet seine
Sommerausstellung 2010 dem österreichischen Bildhauer Alfred Hrdlicka. Der im Dezember 2009 verstorbene
Ausnahmekünstler reflektierte wie kaum einer seiner Zeitgenossen in seinem unbändigen Schaffen die politischen
Verhältnisse des Landes. Damit nicht genug, hinterfragte er unaufhörlich die globalen Machtverhältnisse - und das nicht
allein in seiner unmittelbaren Erlebniswelt: Er setzte sich darüber hinaus intensiv mit der Geschichte, der
Weltliteratur und ihren Protagonisten auseinander. Die künstlerischen Produkte sind einerseits ausdrucksstarke, einem
expressiven Formwillen folgende, figurale Steinskulpturen und andererseits Hrdlickas künstlerisches Wollen
demonstrierende Zeichnungen. Hrdlicka hatte es sich niemals leicht gemacht, weder in seinem Leben noch in seinem
Schaffen. Er lebte einen schonungslosen Humanismus und führte in seinen Schöpfungen auch Mord und Terror mit bisweilen
schockierender Deutlichkeit vor Augen. Die Ausstellung in der Orangerie setzt sich mit diesen Themen auseinander und
veranschaulicht anhand von 18 ausgewählten Steinskulpturen und einem monumentalen Gemälde Hrdlickas wesentliche
künstlerische Manifeste. Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit der BAWAG P.S.K. Alfred Hrdlicka,
Johannes der Täufer, 1972-1986 Unteres Belvedere, Orangerie - Rennweg 6,
1030 Wien Öffnungszeiten: Täglich 10 bis 18 Uhr, Mittwoch 10 bis 21 Uhr Intervention: Karen Kilimnik Oberes Belvedere bis 26. September 2010 Das Barock, das Zusammenspiel von
himmelstürmender Formensprache, von leidenschaftlichen Drehungen und Windungen, opulentem Schmuck und reicher
Ornamentik, bildet für die amerikanische Künstlerin Karen Kilimnik ein faszinierendes Reservoir für ihre Bildfindungen,
in denen Motive heutiger Pop- und Glamourwelten mit historischen Darstellungen höfischen Lebens verknüpft werden. In
Ihrer Auseinandersetzung mit dem Belvedere beschäftigt sich Kilimnik mit den prächtigen Tierbildern Philipp Ferdinand
de Hamiltons, die sie malerisch neu interpretiert. Kunst und Interieur verschmelzen bei Kilimnik zu einer Installation,
in der sie ein „Theater der Sinneseindrücke“ inszeniert. Für die Künstlerin sind Märchen und mythologische Erzählungen
genauso von Bedeutung wie TV-Shows oder große Hollywoodfilme. Historische Formen des Balletts wie aus Les
millions d’Arlequin, Chippolino oder Die Puppenfee nimmt sie zum Ausgangspunkt für eine
Choreografie, die im Garten des Belvedere zur Aufführung kommen soll. Die schwelgerischen, kitschigen Bildwelten
Kilimniks verweisen auf die Kräfte der Illusionsproduktion, die von höfischer Repräsentation und massenmedialer
Vermarktung gleichermaßen bedient werden. Oberes Belvedere - Prinz
Eugen-Straße 27, 1030 Wien Öffnungszeiten: Täglich 10 bis 18 Uhr Schlafende Schönheit Meisterwerke viktorianischer Malerei aus dem
Museo de Arte de Ponce Unteres Belvedere bis 3. Oktober
2010 Flaming June, eines der bekanntesten Gemälde der
Kunstgeschichte, das der englische Maler Frederic Leighton um 1895 schuf, sowie fünf teils monumentale Hauptwerke von
Edward Burne-Jones bilden die Höhepunkte der Sommerausstellung im Unteren Belvedere. Die Schau
Schlafende Schönheit erschließt eine in Österreich bislang weitgehend unbekannte Bildwelt der
beginnenden Moderne und ermöglicht einen visuellen Streifzug durch das Kunstschaffen des Englands in der Mitte des 19.
Jahrhunderts. Die 1848 in London gegründete Künstlergemeinschaft der „Präraffaeliten“ verfolgte die Erneuerung der
Künste gegenüber der offiziellen viktorianischen Kunst. Die ideologische Ausrichtung basierte auf den Inhalten der
englischen Literatur und der Historie des Landes sowie auf religiösen Themen mit einem bisher unbekannten Alltagsbezug.
Zu ihren bedeutendsten Arbeiten zählt die zwischen 1857 und 1859 durchgeführte Freskierung der Bibliothek der Oxford
Union. Unter der Leitung des jungen Dante Gabriel Rossetti schufen William Morris, Walter Crane und Edward Burne-Jones
eine Bilderfolge nach Thomas Malorys Arthur-Legende. Zwei in diesem Zusammenhang von Burne-Jones
geschaffene Werke - eines davon mit einer Bildbreite von mehr als sechs Metern - werden im Belvedere zu sehen sein,
genauso wie seine 1873 vollendete Bilderfolge Dornröschen. Mithilfe von Werkanalysen und
Vergleichsbeispielen werden der kunsthistorische Kontext der Bilder und deren Bezug zur österreichischen Kunst der
Jahrhundertwende veranschaulicht. Ein Großteil der Exponate stammt aus dem Museo de Arte de Ponce auf
Puerto Rico, das derzeit baulich erweitert wird. Die Belvedere-Schau bietet nach London, Madrid, Den Haag und Stuttgart
die letzte Gelegenheit diese außergewöhnlichen Gemälde vor ihrer Rückkehr nach Puerto Rico zu sehen. Unteres Belvedere - Rennweg 6, 1030 Wien Öffnungszeiten:
Täglich 10 bis 18 Uhr, Mittwoch 10 bis 21 Uhr Österreichische
Galerie Belvedere - Prinz Eugen-Straße 27, 1030 Wien Tel. +43 1 79557 - 177; Fax: +43 1 79557 -
121 E-Mail: info@belvedere.at - Internet:
www.belvedere.at
MAK - Österreichisches Museum für angewandte Kunst
Blumen für Kim Il Sung Kunst und Architektur aus der Demokratischen
Volksrepublik Korea bis 05. 09. 2010
MAK-Ausstellungshalle Mit großformatigen Gemälden und zeitgenössischen Positionen aus den Bereichen
Film, Plakatkunst und Architektur bietet die Ausstellung detaillierte Einblicke in die Kunstproduktion der
Demokratischen Volksrepublik Korea. Das MAK arbeitet gemeinsam mit der Nationalgalerie in Pjöngjang an der Realisierung
einer umfassenden Werkschau, die erstmals Originalwerke dieser Institution in einem Museum außerhalb des Landes
präsentieren wird. Für mehrere Monate werden Besucher im MAK die weltweit erste Gelegenheit bekommen,
einen Eindruck von der Kultur der Demokratischen Volksrepublik Korea (DVRK) zu gewinnen. Schon in der
Vergangenheit gab das MAK mit Ausstellungen wie „Kunst und Revolution. Russische und sowjetische Kunst 1919–1932“
(1988), „Tyrannei des Schönen. Architektur der Stalin-Zeit“ (1994), „Architecture Again. The Havana Project“ (1997)
oder „Cine Art. Indische Plakatmaler im MAK“ (1999) Einblicke in die Welten jenseits westlicher Kunst- und
Architekturströmungen. Nach jahrelangen und intensiven Bemühungen ist es gelungen, eine Kooperation mit der
Nationalgalerie in Pjöngjang für ein Ausstellungsprojekt zu vereinbaren, das die offiziell anerkannte Kunst der
Demokratischen Volksrepublik in ihrem Kontext präsentieren und die Kunstentwicklung im politischen Gefüge dieses
Staates transparent machen möchte. Die Gemälde aus der Nationalgalerie, die oft idealisierte Szenen aus dem Alltag zum
Inhalt haben, mögen einen aufschlussreichen Einblick in die weitgehend unbekannte Kultur des Landes geben.
Ein Großteil der Werke ist mit dem sozialistischen Realismus vergleichbar. Formal greifen die Künstler
auf Stilmittel des Realismus und der Romantik zurück: Motive aus dem Arbeitsleben und aus dem revolutionären Kampf
werden in akademischer Malweise dargestellt, vermitteln das Bild der idealen Welt und zeigen neue Heldentypen:
Arbeiter, Flugzeugbesatzungen und Piloten sind oft die handelnden Personen, die „Glorreiches und Gutes“ tun.
Die Ausstellung wird auch die besondere architektonische Entwicklung der Hauptstadt Pjöngjang, die
während des Koreakriegs (1950–1953) völlig zerstört wurde, in Fotos, Originalentwürfen und Modellen dokumentieren,
wobei dem Modell des „Juche“-Turms, Wahrzeichen der Stadt, besondere Bedeutung zukommt. In der
Demokratischen Volksrepublik Korea hat die bildende Kunst unter der Regierung von Staatsgründer Kim Il Sung und seinem
Sohn und Nachfolger Präsident Kim Jong Il eine besondere Entwicklung genommen. Unter Rückgriff auf historische
Vorbilder entwickelte Präsident Kim die Ideologie des „Juche“, die den Begriff der Selbstständigkeit als ideale
Weltanschauung postuliert. In der Kunst wurden neben Porträts und Szenen mit Darstellungen von Staatsoberhäuptern, vor
allem jene Motive gefördert, die Land und Leben in der Demokratischen Volksrepublik Korea in seiner positivsten Form
zeigen. Kuratorin Bettina M. Busse Consultant Curator Christiane Bauermeister
Projektkoordination Dunja Gottweis Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.
Führungen Sa, So 16.00
Uhr Durchgehender Informationsdienst und Kurzführungen:
Sa 14.00-16.00 Uhr Sonderführungen nach Voranmeldung:
Gabriele Fabiankowitsch, Leitung MAK-Bildungsprogramm und Führungen, Tel. (+43-1) 711
36-298, E-Mail education@MAK.at Otto Neurath. Gypsy
Urbanism bis 05. 09. 2010 MAK-Kunstblättersaal
Unverändert Zeitgenössisches enthüllt der Blick auf das Werk des Wiener Philosophen, Ökonomen und
Universalgelehrten Otto Neurath (1882–1945). Er arbeitete mit führenden Architekten, Designern und Künstlern seiner
Zeit – u.a. Franz Schuster, Josef Frank, Margarete Schütte-Lihotzky – sowie mit Protagonisten des Wiener Kreises, dem
er angehörte, zusammen. Gemeinsam mit dem Grafiker Gerd Arntz erwickelte er, mithilfe von Piktogrammen, die sogenannte
Wiener Methode der Bildstatistik „Isotype“ (International System of Typographic Picture Education): allgemein
verständliche, präzise Darstellungen komplexer Sachverhalte, z.B. von Daten und Statistiken. Die Ausstellung
konzentriert sich auf Neuraths Auseinandersetzung mit Schrift und Bild sowie Leitsystemen und deren Anwendung in
Architektur und Stadtentwicklung, ausgehend von der Wiener Siedlerbewegung der 1920er Jahre. Seine Arbeit hat bis heute
Einfluss auf unterschiedliche Disziplinen wie Architektur, Philosophie, Wirtschaft, Stadtplanung und Grafikdesign.
Gastkurator Nader Vossoughian, Architekturtheoretiker Kuratorin Kathrin Pokorny-Nagel,
Leitung MAK-Bibliothek und Kunstblättersammlung Die Ausstellung ist eine Übernahme und Adaptierung der
Schau im Schindler House des MAK Center for Art and Architecture, Los Angeles. Künstler im Fokus
#8 Hans Weigand. Vortex bis 05. 09.
2010 MAK-Schausammlung Gegenwartskunst Geprägt durch die
westamerikanische Kunstszene – 1999 realisierte er mit Raymond Pettibon und Jason Rhoades die Installation „Life /
Boat“ im MAK Center for Art and Architecture, Los Angeles – und die musikalische Subkultur, greift Hans Weigand
Persönlichkeiten der Medien und Popkultur auf. Als Grenzgänger zwischen bildender und angewandter Kunst lotet er
Identitäten und Projektionsflächen der Gesellschaft aus und reagiert auf Phänomene des Alltags, die er in utopisch
anmutenden Szenarien ad absurdum führt. Motive aus Religion und Krieg, Katastrophen- und Gewaltszenen, Anleihen aus
Comic und Film, die Welt der Surfer, Naturkulissen und Stadtlandschaften ergeben ein Panoptikum der Gegenwart.
Kuratorin Bärbel Vischer Josef Dabernig. Excursus on Fitness bis 12. 09. 2010 MAK-Galerie In
seiner konzeptuell geprägten Arbeit setzt sich Josef Dabernig mit Strukturen und Konditionierungen im
gesellschaftlichen und kulturellen Kontext auseinander, wobei er dokumentarische und fiktive Elemente einer möglichen
Realität verbindet. Eigens für die MAK-Galerie entwickelte Dabernig ein hermetisches Zusammen - spiel von Film,
Fotografie, Skulptur und Architektur. In dramaturgischer Absicht zur „Turnpinakothek“ arrangiert, dient die
Installation als Projektionsraum für den Film „excursus on fitness“ und begehbares Environment aus Sportgeräten sowie
fotografischen Verweisen auf spezifische Bauten und Räume. Im Mittelpunkt der filmischen Aufnahme stehen Darsteller in
unterschiedlichen Lebensstadien und körperlicher Verfassung, die einfache Übungen ausführen. Fokussiert werden die
Disziplinierung und das existentielle Verhältnis zum Körper. Ausstellung Josef Dabernig, Peter Noever
Kuratorin Bärbel Vischer Ideenwettbewerb: Project Vienna - A Design
Strategy bis 12. 09. 2010 MAK DESIGN SPACE
design> neue strategien Eine Kooperation von MAK und departure Ausstellung der Ergebnisse des von MAK und departure gemeinsam initiierten
Ideenwettbewerbs: Project Vienna - A Design Strategy. Die Kooperation von MAK und
departure setzt sich zum Ziel, in Wien eine neue Plattform für zukunftsorientierte, den Designbegriff
erweiternde Projekte zu etablieren. Durch Vorträge, Ausstellungen und Präsentationen sowie die
Ausschreibung eines Ideenwettbewerbs wurde ein kontinuierlicher und interdisziplinärer Diskurs eröffnet, der innovative
künstlerische Strategien zum Thema Gestaltung und deren Umsetzung zum Inhalt hat und damit die Schnittstelle von Design
und Wirtschaft aktiv beleuchtet – und neu zu definieren hilft. Um die Relevanz von Design für die Erweiterung unserer
Alltagswahrnehmungen zu verdeutlichen und dabei den Standort Wien zu stärken, ist in einer Reihe von Vorträgen mit
begleitenden Objektpräsentationen die Achse London – Milano – Wien fokussiert worden: Was kann Wien von
den prosperierenden Design-Metropolen London und Mailand lernen, und wie kann es sich als Standort für junges kreatives
Design international besser positionieren? Internationale Designer und Unternehmer, künstlerische Leiter und visionäre
Denker aus London, Mailand und Wien werden seit Anfang 2009 eingeladen, ihre Projekte mit der Unterstützung von
departure im MAK zu präsentieren, hier neue Ansätze zu entwickeln und ihre Konzepte im Detail zu
erörtern. Konzept Elisabeth Noever-Ginthör/departure, Sebastian Hackenschmidt/MAK
Projektleitung Sebastian Hackenschmidt, MAK-Kustode Möbel und Holzarbeiten Assistenz
Karin Ferrari Ming. Zwischenspiel bis 03. 10.
2010 MAK-Schausammlung Asien Die Ming-Dynastie (1368-1644) ist
einerseits für große Bauvorhaben wie die Verbotene Stadt oder die Große Mauer bekannt, andererseits auch für die
außerordentliche Qualität ihrer Kunst und ihres Kunsthandwerks. In Europa und selbst in China
bestätigen zahlreiche Kopien und Arbeiten im Stil der Ming-Dynastie, wie sehr diese auch in späteren Zeiten geschätzt
wurden. Das MAK besitzt eine umfangreiche Sammlung - Malereien, Skulpturen, Plastiken, Lacke, Bronzen und auch frühe
Porzellane - aus dieser Epoche; ausgewählte Werke sind in der Ausstellung "Ming. Zwischenspiel" in der
MAK-Schausammlung Asien zu sehen. Kurator Johannes Wieninger, MAK-Kustode Asien
Ina Seidl. Schmuck bis 26. 10. 2010 MAK-Studiensammlung Metall Inspiriert von Bienen und Waben, formt Ina Seidl mit Wachs
einzigartige Oberflächen und Strukturen, um das weiche, bis zur Unkenntlichkeit bearbeitete Material für ihre
gegossenen Schmuckunikate zu verwenden. Die Metamorphose, die die Schmuckstücke in ihrem Entstehungsprozess
durchlaufen, ist Sinnbild der Wandlungen in unterschiedlichen Lebensphasen. Kuratorin Elisabeth
Schmuttermeier, MAK-Kustodin Metall und Wiener-Werkstätte-Archiv Zur Ausstellung erscheint der Katalog
"INA SEIDL. Schmuck / Jewelry", hg. von Peter Noever, mit Beiträgen von Ina Seidl, Elisabeth Schmuttermeier und Peter
Noever, dt/engl, 36 Seiten, 37 Farbabbildungen, MAK Wien 2010. Minimal. Kunst und Möbel aus der
Sammlung des MAK bis 31. 10. 2010
MAK-Studiensammlung Möbel Die Ausstellung vereint verschiedene Aspekte des Minimalismus – von Gerrit
Rietvelds rot-blauem Stuhl und den einfachen Möbeln von Josef Hoffmann über die reduzierten Objekte des
Minimal-Künstlers Donald Judd bis zu zeitgenössischen Möbeln und Kunstwerken von Liam Gillick, Heimo Zobernig oder
Werner Feiersinger, die sich ganz unmittelbar auf die Kunst der Minimal Art beziehen. Kurator
Sebastian Hackenschmidt, MAK-Kustode Möbel und Holzarbeiten ÖFFNUNGSZEITEN: Di MAK
NITE© 10–24 Uhr, Mi–So 10–18 Uhr, Mo geschlossen Jeden Samstag© Eintritt frei.
MAK - Österreichisches Museum für angewandte Kunst - Stubenring 5, 1010 Wien
Tel (+43-1) 711 36-298; Fax (+43-1) 711 36-388 E-Mail: office@MAK.at - Internet: www.MAK.at
Architekturzentrum Wien
Best of Europe. Mies van der Rohe Award 2009 Preis der Europäischen Union
für zeitgenössische Architektur Veranstaltungsort: Architekturzentrum Wien - Alte Halle
Ausstellung: bis 20. September 2010 Öffnungszeiten:
Täglich 10:00-19:00 Uhr Tickets: EUR 7.- / EUR 4,50.- ermäßigt
Der Mies van der Rohe Preis ist eine gemeinsame Initiative der Europäischen Kommission und der
Fundació Mies van der Rohe Barcelona. Ziel dieses alle zwei Jahre stattfindenden Preises ist es, Projekte
auszuzeichnen, deren innovativer Charakter als Orientierung, wenn nicht sogar als Manifest für die Entwicklung
zeitgenössischer Architektur dient. Darüber hinaus soll der Preis ArchitektInnen anregen, die gesamte Europäische Union
als Arbeitsfeld anzunehmen und junge, aufstrebende Architekten am Beginn ihrer Karrieren unterstützen.
Aus den 340 von europäischen Experten nominierten Projekten wurden fünf Finalisten ausgewählt – die hochkarätige Jury
überzeigen konnte schließlich das norwegische Architekturbüro Snøhetta mit der Staatsoper & Ballett in Oslo. Die
Sonderauszeichnung für den „Emerging Architect“ ging 2009 an das STUDIO UP (Lea Pelivan und Toma Plejic) für das
Gymnasium 46° 09’ N / 16° 50’ E in Koprivnica, Kroatien. Insgesamt werden 50 Bauten aus ganz Europa anhand von Plan-
und Fotomaterial und insbesondere zahlreichen Modellen präsentiert. Bereichert wird die
Wanderausstellung durch die Präsentation der 14 österreichischen Projekte, die für den Mies van der Rohe Award
nominiert wurden. Eine Ausstellung der Fundació Mies van der Rohe – Barcelona a_schau. Österreichische Architektur im 20. und 21. Jahrhundert Architekturzentrum Wien - Neue Halle Ausstellung: bis 31. Dezember
2010 Tickets: EUR 7.- / EUR 4,50 ermäßigt Mit der a_schau öffnet das
Architekturzentrum Wien sein permanentes Schaufenster zur baukulturellen Identität des Landes, und präsentiert damit
150 Jahre beachtliche heimische Architekturgeschichte erstmals in einer Ausstellung in Österreich. Auf 300m2 werden
rund 170 ArchitektInnen mit 420 Bauten in den neun Bundesländern vielschichtig und abwechslungsreich vorgestellt.
Rahmenprogramm: a_schaufenster Das “a_schaufenster" als
neues Rahmenprogramm der a_schau bietet mehrmals pro Jahr kostenlose Einblicke zu verschiedenen Themenschwerpunkten
innerhalb der Ausstellung. Jedes der temporären Schaufenster wird durch Archivmaterialien oder Modelle repräsentiert,
die bis zum nächsten Termin ausgestellt bleiben. Im Rahmen eines Gesprächs mit eingeladenen
ArchitektInnen und/oder ExpertInnen werden spezifische Fragestellungen anhand der Exponate erörtert.
mehrmals pro Jahr, Termin jeweils Mittwoch, Beginn 18 Uhr, Neue Halle Die Ausstellung 10 Episoden schärfen den Blick auf die relevantesten
Phänomene und Strömungen. Die chronologische Abfolge bestimmter Phasen der Architekturentwicklung wird
dadurch inhaltlich gefasst und unter bestimmten thematischen Gesichtspunkten beleuchtet. Parallel zu den
Themenbereichen werden in einem "Zeitregal" die historisch relevanten Daten zur Zeit-, Kultur und Architekturgeschichte
von 1850 bis heute präsentiert. Portraitfotos und Kurzbiografien der in der Ausstellung vertretenen ArchitektInnen
bilden einen Stammbaum der wichtigsten "Köpfe" der österreichischen Baukunst. Als Spezifikum der österreichischen
Architekturentwicklung und als alltagsnaher Themenstrang bildet die "Kleine Geschichte des Wohnens" einen Schwerpunkt
entlang der Chronologie. In der Ausstellung wird der gesamte Fundus der Medien zur
Architekturpräsentation adäquat eingesetzt: Pläne, Skizzen, Texte, Fotos, Modelle und Filme erwecken das 20.
Jahrhundert zum Leben und leiten in die Gegenwart über. Kuratorinnen: Gabriele Kaiser, Monika Platzer
Wissenschaftliche Mitarbeit: Gudrun Hausegger, Sonja Pisarik, Ute Waditschatka
Ausstellungsgestaltung: Design Studio Walking-Chair, Wien a_schau. Das
Buch Das Buch “Architektur in Österreich im 20. und 21. Jahrhundert" bietet auf knapp
400 Seiten anhand von zehn thematisch/chronologischen Episoden einen Streifzug durch das historische und
zeitgenössische Architekturschaffen Österreichs und widmet sich in einem gesonderten Erzählstrang dem Thema Wohnen.
Birkhäuser Verlag, 2006; Hg. Az W; ISBN-10: 3-7643-7693-7. 400 Seiten, ca. 1.000 Abb., € 51,30. Erhältlich in der Az
W-Info, im E-Shop sowie im ausgewählten Fachbuchhandel. Öffnungszeiten: Täglich 10:00 -
19:00 Uhr Architekturzentrum Wien - Museumsplatz 1, 1070 Wien
Telefon +43 (1) 522 31 15; Fax +43 (1) 522 31 17 E-Mail: office@azw.at - Internet: www.azw.at
Kunsthalle Wien
Marilyn Manson und David Lynch Genealogies of Pain
KUNSTHALLE wien project space, 01. Juli - 25. Juli 2010 Der Eintrittspreis von € 2 kommt der Aktion "Hunger auf Kunst & Kultur" zu gute.
Marilyn Manson ist für vieles bekannt: in erster Linie für seine Musik, aber auch als Skandalfigur und Dorn im Auge der
Moralhüter Amerikas. Weniger bekannt jedoch ist er für seine Malerei, mit der er sich schon seit vielen Jahren, zum
Teil ausschließlich und dabei über lange Phasen ohne zu musizieren, beschäftigt. Mansons Aquarelle sind
formal sehr gefühlsbetont und sanft, und stehen damit im krassen Gegensatz zu den Themen und Motiven, die sie
darstellen: Schmerz, Verlust, Verzweiflung, durch Schmerz verstärkte Selbstentfremdung, aber auch durch Agonie
ermöglichte Selbstfindung. Sein Interesse konzentriert sich auf die Analyse von Körperextremitäten gleichermaßen wie
-kavitäten, also genau jener besonders sensiblen Teile des Körpers wie Mund, Fingerspitzen, Augen oder Genitalien,
deren Verletzung Urängste in uns weckt. Als Gegenstück und historischer Bezugspunkt zu Mansons
Gemälden ist der Regisseur David Lynch mit Kurzfilmen in der Ausstellung vertreten. Wie die Werktitel seiner Arbeiten
andeuten – „Six Men Getting Sick“ (1967), „The Grandmother“ (1970) und „The Amputee“ (1973), geht es auch Lynch um die
Reflexion über und die Ästhetisierung von Schmerz, sowie die Deformation und Vergänglichkeit des menschlichen Körpers.
„Draußen regnete es Katzen und bellende Hunde. Wie ein Spross kollektiver Humanität, der gerade aus dem Ei gebrochen
war, kam Marilyn Manson hineingeschlendert“ verkündet David Lynch in der Einleitung zu Mansons Biographie von 2000, und
gibt so treffend die Stimmung wieder, die wir in dieser Ausstellung erwarten können. KuratorInnen:
Gerald Matt, Cathérine Hug Katalog ab September: Herausgeber: Kunsthalle Wien, Gerald
Matt, Cathérine Hug, Brigitte Schenk. Mit Texten von David Galloway, Adrian Notz und Cathérine Hug.
Marilyn Manson im Gespräch mit Gerald Matt. ca. 85 Seiten, Englisch/Deutsch. Erscheinungsdatum
September 2010. Kann beim Verlag für moderne Kunst Nürnberg bestellt werden.
http://www.vfmk.de/ Kunsthalle Wien project space - Karlsplatz, Treitlstraße
2, 1040 Wien Öffnungszeiten: Di - Sa: 16 - 24 Uhr; So, Mo: 13 - 19 Uhr Keith Haring 1978-1982 KUNSTHALLE wien, halle 2,
bis 19. September 2010 The public has a right to art.
Art is for everybody. Keith Haring Die Ausstellung widmet sich den bewegten und
experimentellen frühen Jahren von Keith Haring, die seine künstlerische Sprache und Philosophie prägten. Die Schau,
deren Schwerpunkt auf seinen Papier-Arbeiten liegt, umfasst Zeichnungen, Flyer, Plakate, Fotografien,
U-Bahn-Zeichnungen, Videodokumentationen über die Entstehungsprozesse von Harings Arbeiten, sowie Wortcollagen und
Texte des Künstlers. Neben Keith Harings Tags präsentiert das Projekt viele, bisher selten ausgestellte
Arbeiten und gibt Einblick in einen vielschichtigen künstlerischen Reifungsprozess. Keith Harings Rolle als
unermüdlicher Motor von Gruppenausstellungen, Performances und anderen künstlerischen Initiativen ist ebenso Thema, wie
sein Sinn für die Zusammenarbeit mit anderen Künstlern, seine Rolle als Katalysator und seine ungemein reiche
künstlerische Produktion. Die Ausstellung setzt bei Keith Harings Studien an der School of Visual Arts
in New York an, einer Zeit, wo er nicht nur im Atelier sondern auch auf den Straßen New Yorks arbeitete und sein
ausschweifendes gesellschaftliches Leben startete. Der performative Charakter seiner Arbeit gibt den Tenor der
Ausstellung vor. Beleuchtet wird die Entwicklung der Bildsprache Harings, seine rhythmisierten, aus ineinander
verschlungenen geometrischen Formen bestehenden All-over-Arbeiten im Kontext seiner von Humor getragenen Figuren und
Objekte. Die Schau zeigt Keith Haring auch als scharfsinnigen und kritischen Beobachter der nordamerikanischen Kultur,
dem es gleichzeitig darum ging, Menschen einen Sinn für Freude und Glück zu vermitteln. Kunsthalle Wien, halle 2 - Museumsplatz 1, 1070 Wien Öffnungszeiten:
Täglich 10 - 19 Uhr; Donnerstag 10 - 21 Uhr Street and Studio. Von
Basquiat bis Séripop KUNSTHALLE wien, halle 1, bis 10. Oktober
2010 Mit der großen Sommerausstellung Street and Studio. Von Basquiat bis Séripop holt
die Kunsthalle Wien den rauen Stil der Straße in die Ausstellungshalle und konzentriert sich auf den dynamischen
künstlerischen Schaffensbereich einer durch Urbanität und Mobilität charakterisierten zeitgenössischen
Künstlergeneration, deren Inspirationsquelle und Ausdrucksmedium die Großstadt ist. Historisches Gravitationszentrum
und Ausgangspunkt der Ausstellung ist der US-amerikanische Maler Jean-Michel Basquiat, dessen Werke – unbewusst oder
explizit – als wegweisende Referenzpunkte für die changierenden Formen der Malerei, Fotografie und Videokunst mit
Bezüge zur Street Culture neu interpretiert werden. Im Zentrum der Ausstellung steht der künstlerische
– buchstäbliche wie metaphorische – Gestus einer von Straße und Urbanität inspirierten Vitalität und eines Drives, die
sich in Basquiats Œuvre und seinen Kollaborationen mit Andy Warhol und Francesco Clemente genauso zeigen wie in den
Arbeiten seiner Zeitgenossen Keith Haring, Sol LeWitt, Sophie Calle, Jenny Holzer, Blek le Rat, Futura und
RAMM:ELL:ZEE. Innerhalb der New Yorker Sprayszene galt Basquiat aka SAMO (same old shit) schon in den späten
70er-Jahren als „King of the City“, der seine Tags mit Kronen verzierte und gleichzeitig auch im subkulturellen
Musikumfeld agierte. Damals wie heute floss diese subversive Bildsprache in die Popkultur ein und inkludiert eine
politische Dimension, die, wie bei Basquiat, von der Suche nach Identität handelt und bis zum Ausdruck in einem von
sozialer Ungerechtigkeit geprägten Überlebens- und Klassenkampf reicht. Der Slogan „Reclaim the
Street!“ nimmt innerhalb der Ausstellung Bezug auf die zahlreichen Strategien urbaner „Widerstandsbewegungen“ und lässt
sich des Weiteren als programmatischer Ansatz bei jüngeren Gegenwartspositionen wie jenen von Rita Ackermann, Kader
Attia, Ari Marcopoulos, Christian Eisenberger, Séripop und deklarierten Street-Art-Künstlern wie Brad Downey, Evan Roth
und Mark Jenkins wiederfinden, die das visuelle Erscheinungsbild ihres urbanen Umfelds verhandeln und durch ihre
Arbeiten immer wieder Kritik an der sich global formierenden Invasion des Kommerziellen und der Überwachung des
öffentlichen Raums formulieren. KuratorInnen: Cathérine Hug, Thomas Mießgang
Teilnehmende KünstlerInnen: Rita Ackermann, Eric Andersen, Charlie Ahearn, Kader Attia, Banksy,
Jean-Michel Basquiat, Dara Birnbaum, Blek le Rat, Sophie Calle, Francesco Clemente, Jane Dickson, Brad Downey,
Christian Eisenberger, Futura, Dani Gal, Ingo Giezendanner (GRRRR), Shaun Gladwell, Keith Haring, Jenny Holzer, Mark
Jenkins, Leopold Kessler, Lady Pink, Sol LeWitt, Basim Magdy, Ari Marcopoulos, miz JUSTICE, Ramm:ell:zee, Robin Rhode,
Evan Roth, Séripop, Rita Vitorelli, Andy Warhol Kunsthalle Wien, halle 1
- Museumsplatz 1, 1070 Wien Öffnungszeiten: Täglich 10 - 19 Uhr; Donnerstag 10 - 21
Uhr Kunsthalle Wien - Museumsplatz 1, 1070 Wien Infoline:
+43-1-52189-33; Tel. +43-1-52189-0; Fax +43-1-52189-1217 E-mail:
office@kunsthallewien.at - Internet:
www.kunsthallewien.at
Leopold Museum
Jugendstil und Secession. Joseph Maria Olbrich bis 27. 09.
2010 Das Leopold Museum zeigt die bisher umfassendeste Ausstellung zum Werk des
Jugendstilkünstlers und Architekten Joseph Maria Olbrich (1867-1908). Mit mehr als 300 Exponaten präsentiert die vom
Institut Mathildenhöhe Darmstadt in Zusammenarbeit mit dem Leopold Museum Wien und der Kunstbibliothek Berlin
organisierte Retrospektive ein umfassendes Bild dieses genialen europäischen Architekten, Zeichners und Designers.
Gezeigt wird Olbrichs Weg von der Jugendzeit in Troppau über seine Wiener Jahre als Zeichner im Baubüro des
berühmtesten Wiener Jugendstilarchitekten Otto Wagner bis hin zum Höhepunkt seiner Karriere: der Berufung als Architekt
des Großherzogs von Hessen-Darmstadt. Noch in Wien hatte Olbrich mit dem 1898 errichteten Gebäude der Wiener Secession
größtes Aufsehen erregt. 1899 übersiedelte er nach Darmstadt. In der Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe entwarf er
die meisten Bauten und organisierte 1901 die legendäre Ausstellung „Ein Dokument Deutscher Kunst“. Olbrich machte
Darmstadt zu einer Hochburg des Jugendstils in Deutschland. In der Folge realisierte er auch prominente Bauprojekte in
weiteren deutschen Städten wie Köln, Berlin und Düsseldorf. Otto Muehl – Sammlung Leopold bis 04. 10. 2010 Im Mittelpunkt der Ausstellung Otto
Muehl – Sammlung Leopold steht Otto Muehls Kunst. Die Auswahl durch den Sammler Rudolf Leopold ermöglicht eine
Fokussierung auf Muehls „künstlerische Seite“. Bei der Zusammenstellung stellte die Qualität des einzelnen Werks das
wichtigste Kriterium dar. Das Resultat zeigt Otto Muehl im Leopold Museum als durchaus eigenständigen Geist.
Die Schau umfasst an die 80 großformatige Öl- und Acrylgemälde sowie ca. 20 Arbeiten auf Papier aus
den Jahren 1962-2000. Höhepunkt der Ausstellung ist der „Vincent“ Zyklus aus dem Jahr 1984. Wenn der
Künstler wie in dieser Serie, die an Van Gogh angelehnt ist, die Stilformen berühmter Vorbilder benützt, ahmt er nicht
nach, sondern paraphrasiert und verleiht den alten Formen neue Bedeutung und Energie. Die Wirkung dieser Bilder ist
stark, lebendig und oft brutal unkonventionell. Sie überzeugen nicht nur durch Form- und Farbgebung, sondern sind
originell, humorvoll und spontan, ungehemmt in der Darstellung und energiegeladen vom Impetus her.
Kuratiert und gehängt wurde die Schau im von Rudolf Leopold und von Diethard Leopold, seinem jüngeren Sohn. Zusammen
mit Peter Weinhäupl hatte Diethard Leopold schon 2008 die Neupräsentation der Permanenten Sammlung „Wien 1900“ im
obersten Geschoß des Museums kuratiert. Danièle Roussel, Leiterin der Archives Otto Muehl von der
art&life community in Süd-Protugal, wo der schwer an Parkinson erkrankte Otto Muehl heute lebt, gab wertvolle
Informationen zu Titel und Inhalt von Werken, siehe auch ihren Katalogbeitrag. Hubert Klocker,
Aktionismus-Experte des MUMOK und Leiter der Sammlung Friedrichshof schrieb ebenfalls einen Katalogbeitrag. Er gab
wichtige Hinweise und Informationen zum Hintergrund einzelner Werke und ganzer Werkgruppen und nahm bestimmend an
Gliederung und Betitelung der Ausstellungsabschnitte teil. Im Vorfeld der Ausstellung gab es darüber
hinaus mehrere offene Informationsgespräche mit der Gruppe re-port, die Otto Muehl äußerst kritisch gegenübersteht,
sowie mit einem Vertreter der Genossenschaft Friedrichshof. Dies, um zu gewährleisten, dass keine Bilder, auf denen
Opfer sexueller Gewalt aus den Jahren 1981-1989 dargestellt sind, ausgestellt oder im Katalog abgedruckt werden.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Verlag Brandstätter. Das Leopold Museum
möchte zuletzt darauf aufmerksam machen, dass die Otto Muehl-Ausstellung offen sexuelle Motive und Darstellungen von
Perversionen sowie von brutalster Gewalt enthält, und darüber hinaus bei zwei Exponaten die Gefahr besteht, auch
religiöse Gefühle zu verletzen. Meisterwerke der Klassischen Moderne Dauerleihgaben aus der Sammlung Thyssen-Bornemisza bis 30.
06. 2011 Das Leopold Museum zeigt seit Juni 2007 eine repräsentative Auswahl aus der
Sammlung Thyssen-Bornemisza, die Francesca von Habsburg, Tochter von Baron Hans Heinrich Thyssen-Bornemisza dem Haus
als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt hat, TAusgestellt sind Meisterwerke der Internationalen Klassischen Moderne,
des Expressionismus, des Kubismus und des russischen Konstruktivismus. Die Präsentation inmitten der ständigen Sammlung
betont die Bedeutung des internationalen Kontextes für die Sammlung Leopold. Werke von insgesamt 14
KünstlerInnen sind im "Thyssen-Raum" vereint: Xenia Ender, Alexej von Jawlensky, Ernst-Ludwig Kirchner, Gustavs Klucis,
Frantisek Kupka, August Macke, André Masson, Emil Nolde, Alexander M. Rodchenko, Karl Schmidt-Rottluff, Arthur Segal,
Gino Severini, Marie Vassilieff, und Maurice Vlaminck. Die Werke sind auf Ebene 3 des Leopold Museums
ausgestellt. Die SAMMLUNG LEOPOLD Meisterwerke des Wiener
Secessionismus, der Wiener Moderne und des österreichischen Expressionismus Die
SAMMLUNG LEOPOLD zählt zu den weltweit bedeutendsten Sammlungen moderner österreichischer Kunst. Die
weit über 5000 Exponate umfassende Kollektion, die das Sammler-Ehepaar Rudolf und Elisabeth Leopold im Laufe von fünf
Jahrzehnten zusammengestellt hat, wurde im Jahr 1994 mithilfe der Republik Österreich und der Oesterreichischen
Nationalbank in die LEOPOLD MUSEUM PRIVATSTIFTUNG eingebracht. Weltweit größte
Egon-Schiele-Sammlung Das LEOPOLD MUSEUM präsentiert im Museumsquartier die weltweit
größte Egon-Schiele-Kollektion gemeinsam mit Spitzenwerken von Gustav Klimt, Oskar Kokoschka, Richard Gerstl und Albin
Egger-Lienz. Zu sehen sind weiters Gemälde und Grafiken von Herbert Boeckl, Hans Böhler, Anton
Faistauer, Anton Kolig, Alfred Kubin und Wilhelm Thöny. Dazu kommen herausragende Werke aus dem 19. Jahrhundert von
Ferdinand Georg Waldmüller, Friedrich Gauermann, August von Pettenkofen, Anton Romako, Emil Jakob Schindler, Carl
Schuch u. a. m. Die SAMMLUNG LEOPOLD enthält darüber hinaus wesentliche Gegenstände des
österreichischen Kunstgewerbes der Jahrhundertwende von Otto Wagner, Adolf Loos, Josef Hoffmann, Koloman Moser und
Dagobert Peche. Genuine Objekte aus Afrika und Ozeanien sowie Werke alter chinesischer und japanischer Kunst ergänzen
die Präsentation. Wir dürfen unsere Besucher darauf hinweisen, dass aufgrund von Sonderausstellungen,
in Zusammenhang mit dem internationalen Leihverkehr und aus restauratorischen Gründen mit Änderungen in der Hängung der
Kunstwerke zu rechnen ist. Wir danken für Ihr Verständnis. Öffnungszeiten: Täglich
außer Dienstag 10–18 Uhr, Donnerstag 10–21 Uhr; Di geschlossen Leopold
Museum im MuseumsQuartier - Museumsplatz 1, 1070 Wien Tel: +43 1 525 70 - 0; Fax: +43 1 525 70
- 1500 E-Mail: office@leopoldmuseum.org - Internet:
www.leopoldmuseum.org
MUMOK - Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien
Malerei: Prozess und Expansion Von den 1950er Jahren bis heute Aus der MUMOK Sammlung 9. Juli — 3. Oktober 2010 Eröffnung: 8. Juli, 19.00 Uhr Die Ausstellung vertieft
und präzisiert zwei zentrale Aspekte der Entwicklung abstrakter Nachkriegsmalerei: Malerei als prozessuales,
selbstreflexives Medium, sowie die mit der Auflösung des Bildes einhergehende Expansion der Malerei in objekthafte und
räumliche Bezüge. Prozessuale Malerei wird als Versuch vorgestellt, Bildgestaltung primär aus den fundamentalen
Eigenschaften und Reaktionsweisen der Farben zu entwickeln und nicht aus narrativen oder kompositionellen
Vorstellungen. Durch An- und Zumalen, Zuspachteln, Drippen, Spritzen, Eintauchen, Anschütten etc. entstehen kreativ
gelenkte Selbstdarstellungen von Malerei, in denen die Konsistenz der Farbe in ihrem Verhältnis zur Schwerkraft, zur
Beschaffenheit des Bildgrundes etc. sichtbar wird. Grundgelegt waren solche Ansätze in der gestisch-prozessualen
Malerei des Informell, deren zunehmende Entleerung zur pathetisch-akademischen Attitüde aber zum Gegenbild dieser neuen
selbstreflexiven Malerei wurde. Ausgehend von Jackson Pollock, Yves Klein, Morris Louis, Arnulf Rainer, Hermann Nitsch
und Max Weiler wird ein dichtes Spektrum unterschiedlichster, individueller Ausformungen des Phänomens bis heute
ausgebreitet (u. a. Joseph Marioni, David Reed, Bernard Frize). Leihgaben österreichischer Künstler dokumentieren die
Breite und Intensität dieses Diskurses in der heimischen Szene (u. a. Erwin Bohatsch, Herbert Brandl, Jakob Gasteiger,
Hubert Scheibl, Andreas Reiter Raabe, Walter Vopava). Der zweite Teil der Ausstellung verfolgt die in
den 1950er Jahren einsetzende Auflösung des Bildformats. Diese Geschichte lässt sich als Eroberung des Raumes durch die
Malerei sowie als deren Transformation in installative und objekthafte Szenarien nachzeichnen. Die in den Bereichen der
Pop Art sowie in der Minimal- und Concept Art formulierte Kritik am historischen Bild- und Kompositionsbegriff
europäischer Prägung führte zu einer radikalen Neubestimmung von Malerei und Bild in ihrem Verhältnis zum Raum und zum
Betrachter. Der Bogen der gezeigten Werke spannt sich von bereits historischen Positionen der 1960er und 1970er Jahre
(Robert Rauschenberg, Robert Morris, Joseph Kosuth, Karel Malich, François Morellet, Max Weiler, Alfons Schilling,
Jorrit Tornquist) bis in die jüngste Vergangenheit und Gegenwart (Imi Knöbel, Heinrich Dunst, Gerwald Rockenschaub,
Adrian Schiess, Jessica Stockholder, Heimo Zobernig, Christian Eisenberger). Kuratoren
Edelbert Köb, Rainer Fuchs Mladen Miljanovic. Museum Service MUMOK Factory bis 12. September 2010
Die Ausstellung präsentiert rund 10 Installationen und Objekte des Henkel Art.Award-Gewinners 2009
Mladen Miljanović. In seinen Werken bezieht sich der junge bosnische Künstler (geb. 1981 in Zenica) explizit auf
politische Ereignisse und seine eigene Biografie. Miljanović gehört jener Generation an, die als Kinder und Jugendliche
den Balkankrieg miterlebt haben und sich danach in einem zerstörten, verarmten, ethnisch wie territorial geteilten und
isolierten Land neu orientieren mussten. Er überträgt Strategien der Eroberung und Besetzung auf den Kunstbetrieb,
untersucht bzw. reflektiert Geschichte und Bedeutung von Räumen, Orten und Städten, wobei er sich unterschiedlichster
Medien bedient. Kuratorin Tina Lipsky Brigitte Kowanz. Now I see bis 3. Oktober 2010 Brigitte Kowanz (geb. 1957 in Wien)
zählt zu den international erfolgreichsten österreichischen KünstlerInnen der mittleren Generation. Im Zentrum ihrer
Arbeit steht das Medium Licht, das sie in Wandarbeiten und Rauminstallationen seit den frühen 1980er Jahren konsequent
und variantenreich einsetzt. Am Beginn stehen Bildobjekte aus farbigen Leuchtstoffröhren, die phosphoreszierendes Licht
verstrahlen und wie räumlich erweiterte Malereien erscheinen. Kowanz hat damit Anfang der 1980er Jahre, als gerade die
neue wilde Malerei mit ihrem eher traditionellen Bildbegriff die Kunstszene beherrschte, zukunftsweisende Gegenakzente
gesetzt. Sie signalisierte einen Technologie- und Gegenwartsbezug, den die zeitgenössische Malerei vermissen ließ und
schuf ein neues Beziehungsgefüge zwischen Kunstwerk, Betrachter und Raum, das überkommene Regeln buchstäblich
überstrahlte. Kurator Edelbert Köb The Moderns. Revolutions in Art and Science
1890-1935 bis 23. Jänner 2011 Die Ausstellung
konfrontiert ästhetische Innovation mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und zeigt anhand von markanten Beispielen den
Zusammenhang von Kunst und Naturwissenschaften in der frühen Moderne auf. Revolutionierende wissenschaftliche
Erkenntnisse, wie etwa die Bestimmung des 'Quantum' durch Max Planck (1900) oder Albert Einsteins Relativitätstheorie
(1905), bedingten eine Neuordnung in Physik und Mathematik und neue Vorstellungen von Raum und Zeit, die in den
Avantgarden, wie etwa Kubismus oder Futurismus, aufgegriffen und reflektiert werden. Das Entstehen moderner Großstädte,
der Ausbau der Eisenbahn aber auch die Technisierung des Krieges bringen ebenso eine neue Welterfahrung mit sich wie
sie der technische Fortschritt mit Elektrizität, Funk, Telegraphie oder Radio bedingt. Dieser Aufbruch in die 'Moderne'
zersplittert und fragmentiert die alte Welt bringt viele nicht-sichtbaren Elemente und Kräfte zu Darstellung.
Kuratoren Cathrin Pichler und Martin Guttman Koordination MUMOK Susanne Neuburger
Öffnungszeiten: Mo–So 10–18 Uhr, Do 10–21 Uhr MUMOK - Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien - Museumsplatz 1, 1070 Wien Telefon
(+43-1) 52500, Fax (+43-1) 52500-1300 E-Mail: info@mumok.at -
Internet: www.mumok.at
ZOOM Kindermuseum
ZOOM Ausstellung: Ha Zwei Ooo Eine WASSER-Ausstellung, die sprudelt,
spritzt und braust Für Kinder von 6 bis 12 Jahren Laufzeit: 3.
Juli bis 22. August 2010 Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 13.00
bis 17.00 Uhr; Einlass bis 16.30 Uhr Dauer: 90 Minuten Eintritt frei Weltweit stellt Wasser eine heiß umkämpfte, kostbare
Ressource dar. Ohne Wasser gibt es kein Leben auf diesem Planeten! In Österreich ist frisches, sauberes Trinkwasser
alltäglich und kein Luxus. Die Ausstellung geht der globalen Verteilung von Wasser nach. Sie zeigt auch, was Wasser
kann, dass es Spaß macht und einfach schön ist. Im Hof vor dem Kindermuseum kann man sich in einem
heimischen Regenwald erfrischen, den die Österreichischen Bundesforste mit lebenden Waldbäumen errichtet haben.
Für Gruppen ab 10 Kindern ist eine Reservierung erforderlich! Reservierungen: Tel. (01) 524 79 08,
www.kindermuseum.at ZOOM
Kindermuseum - Museumsquartier, Museumsplatz 1, 1070 Wien Reservierungen und Infos zu Programm
und Beginnzeiten unter: Tel.: +43 / 1 / 524 79 08, reservierung@kindermuseum.at E-Mail:
info@kindermuseum.at - Internet:
www.kindermuseum.at
Naturhistorisches Museum Wien
Darwins rEvolution verlängert bis 26. Oktober 2010 Saal 15 bis 17 Das Naturhistorische Museum Wien präsentiert vom 9. Oktober 2009 bis 5.
Juli 2010 die Sonderausstellung „Darwins rEvolution“. Heuer jährt sich nicht nur der Geburtstag des
berühmten englischen Naturforschers zum 200. Mal, auch die Veröffentlichung seiner Evolutionstheorie begeht ihren 150.
Jahrestag. Grund genug für eine Sonderausstellung zu Ehren dieses bedeutendsten Evolutionstheoretikers.
In einer spektakulären Schau wird das Leben Darwins betrachtet und seine Theorie der Evolution durch
Selektion in Szene gesetzt. Themen und Fragestellungen: Charles Darwin – die
kopernikanische Wende der Biologie. Wie funktioniert Evolution? Molekularbiologie:
Revolution und Bestätigung. Die Evolution des Menschen – ist der Mensch das Ziel der Evolution?
Quo vadis? – Wenn Mensch Evolution „macht“ … Diese eindrucksvolle Ausstellung
präsentiert auch seltene und wertvolle Präparate, die üblicherweise nicht in der Schausammlung zu sehen sind. Zu diesen
gehört das Quagga, eine Zebraform, die seit 1883 als ausgestorben gilt, als das letzte in Gefangenschaft lebende Tier
verstarb. Weiters ist ein Exemplar des überaus seltenen Blaubocks zu bewundern, eine afrikanische Antilopenart, die
seit 1799 ausgestorben ist. Eines der wenigen weltweit noch existenten Tierpräparate befindet sich im Naturhistorischen
Museum Wien und ist anlässlich dieser Ausstellung zu sehen. Das Naturhistorische Museum wurde im Jahre
1889, nur wenige Jahre nach Darwins Tod, eröffnet und ist seinem Motto „Dem Reiche der Natur und seiner Erforschung“
bis heute verpflichtet. In diesem Sinne bildet die historische Ringstraßenarchitektur des Museums den idealen Rahmen
für diese Sonderausstellung zum Charles Darwin-Jahr. Reisen Sie in dieser Ausstellung durch die Zeit
und erfahren Sie mehr über die Spielregeln des Lebens auf unserem Planeten! Entdecken Sie die Theorie,
die unsere Sicht des Lebens von Grund auf revolutioniert hat und begegnen Sie einem der bedeutendsten
Naturwissenschaftler der Welt, Charles Darwin! Lassen Sie sich von der Naturwissenschaft begeistern
und vom Naturhistorischen Museum Wien verzaubern! Anlässlich der Sonderausstellung "Darwins
rEvolution" im Naturhistorischen Museum wird es in Österreich erstmals ein Audioguide - Service geben, das über jedes
Mobiltelefon der Besucher abrufbar ist. Das Naturhistorische Museum beschreitet damit einen vollkommen neuen Weg der
Wissensvermittlung, der Besuchern den Komfort bietet, über ein vollkommen vertrautes Endgerät, nämlich das eigene
Mobiltelefon, die Inhalte der Ausstellung nach individuellen Bedürfnissen abzurufen. Eine eigene Telefonnummer (01 305
306 0) wird im Naturhistorischen Museum zum Festnetztarif für den einzigartigen Mobiltelefon-Service des
österreichischen startups yasssu.com zur Verfügung stehen. Die deutschsprachige Führung wird entweder
als durchgehende Erzählung - wie von einem virtuellen Führer begleitet - oder mit jeweils gesondert abrufbaren
Stationspunkten (nummernmäßig bei den einzelnen Exponaten bezeichnet) angeboten. Für den eiligeren Besucher gibt es
weiters eine komprimierte Basisführung, für Detailinteressierte wird es bei den einzelnen Exponaten noch zusätzliche
Vertiefungsebenen geben. Neben Interviews mit Experten des Museums wird diese Audioführung von Radio Ö1 unterstützt. Zu
hören sind unter anderem Originaltonmaterialien der Ö1 Sendereihen „Radiokolleg“ und „Dimensionen die Welt der
Wissenschaft.“ Das inhaltliche Konzept und die Produktion des multimedialen Austellungsbegleiters wird vom
österreichischen startup einverstanden.at ausgearbeitet. Passend zum Ausstellungsinhalt kann das
Naturhistorische Museum somit auch eine neue Evolutionsstufe der Wissensvermittlung anbieten...
Neugierig geworden? Dann hören Sie doch schon von zu Hause aus beqem in die Ausstellung hinein und verschaffen Sie sich
dadurch einen Selektionsvorteil! (01) 305 306 0 Rahmenprogramm:
www.nhm-wien.ac.at/Content.Node/specialex/Rahmenprogramm-Darwin-index.html SCHAUSAMMLUNGEN 8.700 Quadratmeter Schausäle führen den Besucher auf eine
Reise durch die Geschichte unserer Erde, die atemberaubende Vielfalt der Natur und bis an den Ursprung unserer Kultur.
Im Hochparterre faszinieren kostbare Edelsteine und Mineralien, seltene Fossilien und riesige
Dinosaurier, sowie berühmte urgeschichtliche Kunstwerke. Zu den bedeutendsten Objekten zählen die "Venus von
Willendorf", der Skelettabguss eines Diplodocus, des längsten Landwirbeltieres, das jemals gelebt hat und ein 117 kg
schwerer Riesentopas. Der erste Stock präsentiert den überwältigenden Artenreichtum der Tierwelt von
den Einzellern bis zu den höheren Säugetieren. Bis über 200 Jahre alte Objekte sind nicht nur an sich - als Sachzeugen
aus der Natur - von großem Interesse: Zahlreiche Stopfpräparate von bereits ausgestorbenen oder extrem bedrohten
Tierarten verleihen der Sammlung im wahren Sinne des Wortes unersetzlichen Wert. Öffnungszeiten:
Do - Mo: 9:00 - 18:30 Uhr; Mi: 9:00 - 21:00 Uhr; Dienstag geschlossen Naturhistorisches Museum Wien - Burgring 7, 1010 Wien (Eingang: Maria Theresien-Platz)
Tel. +43 (1) 521 77 - 0; Fax +43 (1) 523 52 54 E-Mail:
waswannwo@nhm-wien.ac.at - Internet:
www.nhm-wien.ac.at
Technisches Museum Wien
Grenzgenial Grenzen der Wissenschaft erforschen – gemeinsam Horizonte
erweitern bis 4. Juli 2010 Mo–Fr: täglich 4 Workshoptermine für Schulklassen. Kosten
4,00 Euro / Person; Anmeldung: Tel. 01/899 98-3001 (in der Zeit von
9:00–14:00 Uhr) Sa., So. und feiertags für alle Besucher/innen frei
zugänglich Das Technische Museum Wien zeigt das variable, interaktive Ausstellungsprojekt des
ScienceCenter-Netzwerks: Die vielfältigen Grenzen in unserem Alltag, seien sie politisch, psychologisch, physikalisch,
biologisch oder kulturell, bewusst und verständlich zu machen – das ist das Ziel des Projekts „Grenzgenial“. An
interaktiven Stationen können Kinder, Jugendliche und Erwachsene erleben, wie Wissenschaften und Technik an Grenzen
arbeiten, diese erforschen und ausweiten. Wunschmaschinen Interventionen in der Dauerausstellung „Alltag – eine Gebrauchsanweisung“ bis 28. November 2010 Junge Künstlerinnen und Künstler
der Universität für angewandte Kunst Wien greifen in die Dauerausstellung „Alltag – eine Gebrauchsanweisung" ein. Mit
merkwürdigen Objekten, filmischen Kommentaren, ungewohnten Gebrauchsanweisungen oder auch persönlichen Gegenständen
ironisieren sie die vertrauten Gebrauchsformen technischer Geräte und hinterfragen zugleich Funktion und Nützlichkeit
alltäglicher Maschinen. Die Interventionen finden ihren Platz zwischen den Objekten der Dauerausstellung und zeigen,
dass man der Effizienz eines technisch durchorganisierten Alltags mit Witz durchaus selbstbewusst entgegentreten kann.
Eine Kooperation zwischen dem Technischen Museum Wien und der Universität für angewandte Kunst Wien.
50 Jahre Herzschrittmacher – Technik im Körper verlängert
bis 30. Dezember 2010 Sonderschau in der Ausstellung „Abenteuer Forschung“: Der neue
Bereich gibt einen Ein- und Überblick in die technische Entwicklung in die technische Entwicklung der letzten 50 Jahre
der Herzschrittmachertherapie. Ausgehend von Anatomie und Physiologie des Herzens informiert die Schau über die
Implantationstechnik und die wesentlichen Komponenten eines Schrittmachers. Klimawandel bis 2011 Was ist der Unterschied zwischen Wetter,
Witterung und Klima? Und wer ist verantwortlich für den Klimawandel? Das Thema betrifft uns alle – wollen wir uns ein
Urteil bilden, müssen wir die komplexen Zusammenhänge verstehen, um verantwortlich handeln zu können. In Filmen,
Spielen und Bildern zeigen wir anschaulich die Folgen des natürlichen und hausgemachten Klimawandels und Methoden zu
seiner Erforschung. Eine Sonderschau im Rahmen des Bereichs „Abenteuer Forschung“ – in
wissenschaftlicher Kooperation mit dem Wegener Center und dem FWF. Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag 9-18 Uhr; Samstag, Sonn- und Feiertage 10-18 Uhr Technisches Museum Wien - Mariahilfer Straße 212, 1140 Wien Besucher-Informationen: Tel.
01 / 899 98-0 E-Mail: museumsbox@tmw.at - Internet:
www.technischesmuseum.at
Österreichische Mediathek
AKUSTISCHE WEBAUSSTELLUNGEN: Neu: www.journale.at www.journale.at Die Hörfunkjournale des ORF gehören zu den wichtigsten akustischen Dokumenten der österreichischen
Zeitgeschichte. Nach der Rundfunkreform 1967 wurde mit den Journalen eine neue Form der Nachrichtensendung eingeführt.
Eine zentrale Rolle nahm (und nimmt bis heute) dabei das Mittagsjournal ein, eine einstündige Sendung mit ausführlichen
Informationen zum tagesaktuellen Geschehen. Unter www.journale.at sind derzeit rund 5.000 Stunden Sendezeit digital in voller
Länge abrufbar, der Schwerpunkt liegt hier bei den Mittagsjournalen. Das entspricht über 60.000 Einzelbeiträgen sowohl
zu österreichischen als auch internationalen Themen aus Politik, Wirtschaft und Kultur der Jahre 1967 bis 1989.
www.akustische-chronik.at www.akustische-chronik.at bietet als größte
multimediale Webausstellung zur österreichischen Geschichte des 20. Jahrhunderts hunderte Töne und Videos: Zeit- und
Kulturgeschichte in einer Form, die unmittelbar beeindruckt. www.akustische-chronik.at lehrt mit Medien historische Bezüge zu
entdecken, sensibilisiert in Sachen Medienkompetenz und zeigt, wie vielstimmig Geschichte und die Erinnerung an sie
sein kann. Ein akustisches Kompendium des 20. Jahrhunderts und ein Vehikel für Zeitreisen, mit dem man spielerisch die
Klanglandschaft der Vergangenheit erkunden kann. Stimmen als Teil des kollektiven historischen Gedächtnisses
Österreichs; eingebettet in ihren Kontext, ergänzt durch Hintergrundinformation und ausführliche Chronikdaten.
Eine multimediale Webausstellung von 1900-2000. Howdy – Günther Schifter Günther Schifter war ab den 1950er Jahren einer der bekanntesten Moderatoren des Österreichischen
Rundfunks und brachte in seinen Sendungen Jazz und Swing einem breiteren Publikum näher. Daneben erwarb sich Schifter
eine der größten Schellacksammlungen mit zahlreichen raren Aufnahmen amerikanischer Jazzgrößen. In ihrer
Webausstellung präsentiert die Österreichische Mediathek einige der besten Schellacks daraus, ergänzt durch zahlreiche
Ausschnitte der mittlerweile zu Klassikern gewordenen Sendungen und 50 Radiosendungen von und mit Günther Schifter in
voller Länge. Unter: www.schifter.mediathek.at Mozart – Runde
Geschichten. Eine akustische Hörreise zum 250. Geburtstag. Einspielungen aus der Schellack-Ära
mit Interpretationen von Bruno Walter, Selma Kurz, Yehudi Menuhin und vielen anderen vermitteln ein Bild von Mozarts
Musik, das geprägt ist vom Interpretationsstil und dem Musikgeschmack der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sowie der
besonderen Charakteristik des Mediums. Hörproben von Briefen Mozarts, literarischer Werke sowie
Eindrücken von Zeitgenossen runden die Webausstellung ab. Unter:
www.mozart.mediathek.at www.staatsvertrag.at www.staatsvertrag.at, die akustische Webausstellung der
Österreichischen Mediathek bringt hunderte Töne und Videos zu Politik, Alltag, Lebensgefühl und Kultur von 1945 bis
1955 ins Haus. Darunter finden sich zahlreiche bisher unveröffentlichte Tondokumente aus den Archiven der Mediathek,
wie Materialien des legendären Radiosenders Rot-Weiß-Rot. Ergänzend dazu werden wichtige Hintergrundinformationen zu
den Tönen, ihrem Umfeld und ihrer Geschichte geliefert. Öffnungszeiten bis 2.
Juli: Mo, Mi, Do: 12 – 18 Uhr; Di: 12 – 20 Uhr; Fr: 10 – 15 Uhr Öffnungszeiten 5. Juli bis 13. August: Mo – Fr: 10 – 14
Uhr Österreichische Mediathek (Außenstelle des Technischen Museums Wien)
Marchettischlössl, Gumpendorfer Straße 95, 1060 Wien; 1. Stock (Lift) Tel.: +43-1/ 597
36 69-20; Fax: +43-1/ 597 36 69-25 E-Mail: mediathek@mediathek.at - Internet: www.mediathek.at
Österreichische Nationalbibliothek
Juden, Christen und Muslime Interkultureller Dialog in alten
Schriften bis 7. November 2010 Das Thema der
Begegnung verschiedener Kulturen hat seit den ersten Kontakten bis heute nichts an Aktualität verloren. Die immer
wieder aufbrechenden Konflikte zwischen den unterschiedlichen Ethnien, Religionen und Weltanschauungen lassen leicht
vergessen, welch große Bedeutung der interkulturelle Dialog für die Entwicklung der Zivilisationen hatte. Die
Ausstellung im Prunksaal behandelt Bereiche, die besonders von diesem Wissenstransfer profitiert haben, und stellt die
seit der Antike viel diskutierten Themen Medizin, Astronomie und Astrologie in den Vordergrund. Prunksaal der Österr. Nationalbibliothek - Josefsplatz 1, 1010 Wien
Öffnungszeiten: Di-So 10-18 Uhr, Do 10-21 Uhr Eintritt:
€ 7,- / ermäßigt: € 4,50 Stimmen aus dem Wüstensand Briefkultur im
griechisch-römischen Ägypten bis 15. Jänner 2011
Die Ausstellung präsentiert außergewöhnliche, amüsante, aber auch berührende Beispiele privater sowie offizieller
Korrespondenz und gibt damit einen Einblick in die Alltagskultur der Menschen am Nil. Die in der Ausstellung gezeigten
griechischen, lateinischen, koptischen und arabischen Briefe beleuchten die Entwicklung der Kommunikation über einen
Zeitraum vom 3. Jh. v. Chr. bis zum 8. Jh. n. Chr. und belegen die multilinguale Kultur des antiken Ägypten.
Papyrusmuseum der Österr. Nationalbibliothek - Heldenplatz, Neue Burg,
Mitteltor, 1010 Wien Öffnungszeiten: Di-Sa 10-18 Uhr, Do 10-21 Uhr Eintritt: € 3,- / ermäßigt: € 2,50 Österreichische Nationalbibliothek -
Josefsplatz 1, 1015 Wien Telefon: (01) 53 410 - 261 oder 464 E-Mail:
oeffentlichkeitsarbeit@onb.ac.at - Internet:
www.onb.ac.at
Österreichisches Museum für Volkskunde
Der 1. Mai - Demonstration. Tradition. Repräsentation. bis 12.
September 2010 Anhand der materiellen Kultur dieses Feiertages und seiner visuellen
Präsenz in der Öffentlichkeit vermittelt die Ausstellung die sozialen, alltags- und massenkulturellen Aspekte der
Maifeiern. Dabei begibt sie sich auf eine epochenübergreifende Spurensuche entlang historischer Meilensteine vom Beginn
der Inszenierung des ERSTEN MAI im Jahr 1890 über seine Institutionalisierung bis zu seiner Bedeutung in der Gegenwart.
Die Idee eines internationalen Aktionstages für die ArbeiterInnen entstand auf dem Gründungskongress
der 2. Sozialistischen Internationalen 1889 in Paris, anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Französischen
Revolution. Die Vertreter der französischen Arbeiterbewegung schlugen den 1. Mai als zukünftigen internationalen
Kampftag für den Achtstundentag vor, in Erinnerung an den moving day des amerikanischen
Arbeitskampfes, an dem es 1886 zu blutigen Vorfällen in Chicago und darauf folgend zu einem Schauprozess und weiteren
Repressionen kam. Die Mobilisierung für den 1. Mai 1890 als Kampf- und Festtag des Proletariats funktionierte in vielen
europäischen Ländern und sorgte in vielen Staaten für neuen Aufschwung in der ArbeiterInnenbewegung. In Wien und in den
meisten Industriestädten Österreichs wurde der ERSTE MAI 1890 für die OrganisatorInnen ein überwältigender Erfolg.
Vor diesem Hintergrund nimmt die Ausstellung Wandlungen und Kontinuitäten der Symbolebenen des ERSTEN
MAI in signifikanten Etappen ins Visier: Von der Formierung der Arbeiterklasse vor über 100 Jahren, der Eroberung und
Reformulierung des öffentlichen Raumes im „Roten Wien“ spannt sich der Bogen über die Umdeutungen zum Festtag der
austrofaschistischen Verfassung mit Ständehuldigung weiter zum nationalsozialistischen „Feiertag des Deutschen Volkes“
bis zu Rekonstruktionsszenarien der Nachkriegszeit, Wirtschaftswunder und Kaltem Krieg. Schließlich reicht die
multimediale Analyse bis zur politischen Bedeutung des ERSTEN MAI und dessen Mobilisierungsfaktoren in der Gegenwart.
Dies beinhaltet auch neue alternative Formen, wie den EUROMAYDAY und dessen Thematisierung prekärer Lebens- und
Arbeitsverhältnisse. Die Sonderausstellung anlässlich „120 Jahre 1. Mai“ ist ein Gemeinschaftsprojekt
vom Verband Österreichischer Gewerkschaftlicher Bildung (VÖGB) – von dem die Idee zu diesem Projekt stammt –, dem
Verein für Geschichte der Arbeiterbewegung (VGA) und dem Österreichischen Museum für Volkskunde. Neben einem spannenden
und vielschichtigen Rahmenprogramm (u.a. Vortrags- und Filmreine, Workshops zur Prekarisierung) erscheint auch ein Buch
anlässlich dieses Jubiläums, herausgegeben von Wolfgang Maderthaner und Michaela Maier. Ständige
Schausammlung: Historische Volkskultur Österreichs und seiner Nachbarländer Ländliches Leben und Arbeiten in vorindustrieller Zeit Ort:
Laudongasse 15-19, 1080 Wien Land- und hauswirtschaftliche Gebrauchsgegenstände thematisieren
bäuerliche Arbeit, Versorgungs- und Transportsysteme. Die Studiensammlung ländlicher Möbel und zwei in die
Museumsräumlichkeiten eingebaute Stuben, aus dem Montafon und aus dem Tiroler Oberland, erlauben Einblicke in Wohnstile
und Lebensweisen. Vorstellungen der überlieferten Ordnungen, der Selbst- und Fremdbilder kommen in Beispielen populären
Schaffens zum Ausdruck, in Möbeln, Textilien, Holzplastiken oder Keramikobjekten. Ständig wechselnde
Sonderausstellungen – sehr oft zu Gegenwartsthemen – ergänzen die Schausammlung. Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag: 10 – 17 Uhr (Montag geschlossen) Österreichisches Museum für Volkskunde - Gartenpalais Schönborn, Laudongasse 15-19, 1080
Wien Tel.: +43 1 406 89 05; Fax: +43 1 408 53 42 E-mail:
office@volkskundemuseum.at - Internet:
www.volkskundemuseum.at
Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien
Die Gemäldegalerie ist zurzeit wegen Modernisierungsarbeiten zur Gänze geschlossen. Wiedereröffnung mit 1. Oktober 2010. Gemäldegalerie der Akademie
der bildenden Künste Wien - Schillerplatz 3, 1010 Wien Tel. (01) 58 816 – 2222
E-Mail: gemgal@akbild.ac.at - Internet:
www.akademiegalerie.at
Heeresgeschichtliches Museum
Schutz und Hilfe - 50 Jahre Auslandseinsatz bis 14. November
2010 Im diesem Jahr jährt sich der erste Einsatz des österreichischen Bundesheeres/ 2.
Republik im Dienste des Friedens zum fünfzigsten Male. Seit dieser ersten Auslandsmission im Rahmen der Opérations des
Nations Unies au Congo (ONUC) im Jahre 1960 standen bislang nicht weniger als 90.000 österreichische Soldatinnen und
Soldaten an den verschiedensten Brennpunkten der Erde, wenn es darum ging im Rahmen der Vereinten Nationen (UN), der
Europäischen Union (EU), der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) bzw. im Rahmen der
Partnerschaft für Frieden (NATO/PfP), entsprechende Maßnahmen zur Friedenssicherung („Peacekeeping“) zu ergreifen bzw.
humanitäre Unterstützung sowie „Schutz und Hilfe“ bei Katastrophen im Ausland für die in Not geratene Bevölkerung zu
leisten. Neben entsprechendem Großgerät, zahlreichen Uniformen und Dokumenten, gilt es bei dieser Ausstellung primär
die jeweiligen Einsatzorte und insbesondere die verschiedenen Einsatzarten den Besucherinnen und Besuchern näher zu
bringen. Ein eigener thematischer Bereich wird den Vor- und Nachbereitungen der bisher erfolgten bzw. laufenden
Einsätze gewidmet sein. Öffnungszeiten: Täglich von 9 bis 17 Uhr An jedem ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt für alle Besucherinnen und Besucher frei!
Heeresgeschichtliches Museum - Arsenal, 1030 Wien Tel.: (+43 1)
79561-1060110; Fax: (+43 1) 79561-1017707 E-mail: hgm.presse@bmlvs.gv.at - Internet: www.hgm.or.at
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