Zeichen setzen
Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium 8950 Stainach, Gymnasiumgasse 302
Teilnehmerinnen/Teilnehmer Alter: 15 Jahre Anzahl: 12
Anlässlich des Ge-/Bedenkjahres 2008 setzten sich die Schülerinnen und Schüler mit regionalgeschichtlichen
Aspekten der Zeit von 1918 - 1938 im Rahmen einer Vortragsreihe am Museum Schloss Trautenfels auseinander. Die
wesentliche Erkenntnis war, dass das steirische Ennstal (Einzugsgebiet der Schule) eines der Aufstandszentren des
NS-Juliputsches 1934 gewesen und es dort zu besonders blutigen Auseinandersetzungen zwischen staatlicher Exekutive und
Aufständischen gekommen war.
Die Idee des Projektes ist es, sich mit der Zwischenkriegszeit anhand eines konkreten zeitgeschichtlichen
Ereignisses - Kämpfe am Pyhrnpass als tragischer regionaler Höhepunkt des Juliputsches 1934 (7 Todesopfer, darunter 4
unbeteiligte Zivilpersonen) - kritisch auseinanderzusetzen. Damit verbunden sollen die Schülerinnen und Schüler die
Denkmalkultur in der Region, die in bestimmter Form die Erinnerung an dieses Bürgerkriegsjahres 1934 prägt, be- und
hinterfragen. Die Jugendlichen werden in historische Quellenarbeit und multiperspektivische Darstellung
eingeführt, bevor sie sich selbst an Recherchearbeiten machen, deren Ergebnisse in eine Ausstellung münden. Ziel ist
es, eine Neuinterpretation der Ereignisse durch Setzung eines temporären Erinnerungszeichens in Form einer
denkmalartigen künstlerischen Installation zu erarbeiten. Diese soll einerseits als Zeichen gegen politische Gewalt und
Faschismus, andererseits zum Gedenken an die vergessenen Opfer des Bürgerkrieges gestaltet und verstanden
werden. Bei der künstlerischen Entwicklung und Umsetzung des Erinnerungszeichens werden die Schülerinnen
und Schüler von einem Künstler unterstützt.
Projektziele
- Sensibilisierung der Schülerinnen und Schüler für die Geschichte und Kultur der Region
- Auseinandersetzung mit den Ursachen und Folgen politischer Gewalt
- Auseinandersetzung mit Denkmalen und ihrer ideologischen Vereinnahmung im 20. Jahrhundert
- Kennenlernen historischer und zeitgenössischer Denkmale und Installationen
- Erarbeitung einer geeigneten Formensprache und Botschaft für ein Erinnerungszeichen an ein konkretes
historisches Ereignis
- Praktische Anwendung bildhauerischer Fertigkeiten
- Erarbeitung eines Ausstellungskonzeptes und dessen praktische Umsetzung
- Gemeinsame Umsetzung eines Projekts als Klasse unter Einbringung individueller Fähigkeiten und
Fertigkeiten (neu formierte Klasse - Teambuilding)
Involvierte externe Partnerinnen/Partner Bildhauer
AMWA-Liegenschaftsverwaltung Donnersbach
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