| | Sprache und kulturelles Erbe
Liese Prokop Privatschule für Hochleistungssportler (Oberstufenrealgymnasium) 2344
Maria Enzersdorf, Liese-Prokop-Platz 1
Teilnehmerinnen/Teilnehmer Alter: 11-18 Jahre Anzahl: 200
Die Projektidee ging aus den Gesprächen mit den Schülerinnen und Schülern im Zuge des Nationalratswahlkampfes
hervor. Im Kollegium entstand das Bedürfnis, die Jugendlichen für den Umgang mit Sprache zu sensibilisieren, ihre
soziale Kompetenz zu stärken und sie dazu anzuregen, die eigene Identität zu reflektieren. Die
Vorstellungen, die die "gemeinsame" Geschichte eines Kollektivs ausmachen, und die kulturelle Formung des Gedächtnisses
in z. B. immer wiederkehrenden Ritualen stehen im Fokus der Bearbeitung dieses Themas. Mit dem fächer-,
schulstufen- und schulformenübergreifenden Projekt Sprache und "kulturelles Gedächtnis" sollen sich die Schülerinnen
und Schüler einerseits ihrer Sprache als Identitätsmerkmal bewusst werden, andererseits soll die Besinnung auf die
eigene Herkunft bzw. auf die Herkunft der Mitschülerinnen und Mitschüler verdeutlichen, dass unsere Wurzeln in der
sprachlichen Vielfalt zu finden sind und diese "Polyphonie" unsere (die europäische) Kultur ausmacht bzw.
bereichert. In der ersten Phase des Projektes stellen die Jugendlichen Familienstammbäume mit
Informationen zur Herkunft und zu den Sprachkenntnissen ihrer Ahnen auf, um realhistorische Kontexte bewusst zu machen.
Es werden alltagsgeschichtliche Materialien wie Fotos, Rezepte, Dokumente, Tagebuchaufzeichnungen aus dem familiären
Bereich gesammelt. Geplant ist auch ein Besuch des "Gedächtnisortes" St. Marxer Friedhof. Anhand der
Grabinschriften erarbeiten die Jugendlichen Thesen über Herkunft und soziale Stellung der Begrabenen. Thematisiert wird
zudem die Bedeutung der Sprache für das ideologische Konzept des Nationalismus und die Minderheiten- und Amtssprachen
in europäischen Staaten der Gegenwart. Im Deutschunterricht wird die Entwicklung der deutschen Sprache, der Lehnwörter
im Deutschen und der aktuellen Tendenzen in der deutschen Sprache aufgegriffen und somit das Bewusstsein für die
ständigen Veränderungen geschärft. Zum Abschluss werden die Rechercheergebnisse in einer Ausstellung an
der Schule präsentiert.
Projektziele - Reflexion über die eigene Identität, Herkunft und Sprachkompetenz
- Sensibilisierung für den Umgang mit Sprache
- Auseinandersetzung mit dem Begriff "Gedächtnis" und seiner kulturellen Ausformung
- Auseinandersetzung mit Gedächtnisorten und deren identitätsstiftenden historischen Bezugspunkten sowie
symbolischen Handlungen (Gedenkfeiern, Jahrestage etc.)
Involvierte externe Partnerinnen/Partner Integrationshaus Wien
Experten/Expertinnen aus dem Bereich Politische Bildung
| |