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HOMESCHULE & JUGENDSchuleWien-Aktion / Basisprogramm

 
 


Basisprogramm der Wien Aktion

Politisches Wien

Demokratische Einrichtungen der Republik Österreich und des Landes Wien

Nach dem Revolutionsjahr 1848 scheiterten in Österreich verschiedene Versuche, ein demokratisches Verfassungssystem zu bilden. Nachfolger Kaiser Ferdinands I. wurde der 18-jährige Franz Joseph, der 68 Jahre lang regieren sollte. Die Niederlage gegen Preußen bei Königgrätz 1866, nach der Österreich für immer aus dem Deutschen Staatenbund ausscheiden musste und Venetien verlor, war indirekt auch Beginn für die Durchsetzung demokratischer Ideen in Österreich.
Im Jahre 1867 wurde die Doppelmonarchie gegründet. Die Staatsgrundgesetze wurden geschaffen, die teilweise im alten Wortlaut noch heute in Kraft sind. Der Erste Weltkrieg führte zum Ende des Habsburgerreiches. Die Sozialdemokraten erhielten bei den ersten allgemeinen Wahlen am 16. Februar 1919 nach der Gründung der Ersten Republik die Mehrheit, und mit der neuen Verfassung vom 1.Oktober 1920 wurde der Grundstein für die demokratische Republik Österreich gelegt.

Parlament
Dr.-Karl-Renner-Ring 3, 1010 Wien, Tel. +43/1/401 10-0; www.parlament.gv.at

Für das durch das „Februar-Patent“ von 1861 ins Leben gerufene Parlament war zunächst kein geeigneter Tagungsort vorhanden. Für die zwei Kammern des Reichsrates sollten ursprünglich zwei getrennte Häuser errichtet werden. Nach dem Ausgleich mit Ungarn 1867 wurde dieser Plan jedoch geändert und ein großes Parlamentsgebäude an der Ringstraße errichtet. Erbaut wurde das Parlament 1873–1883 nach Plänen von Theophil von Hansen in hellenischen Formen, im so genannten „neoklassizistischen Stil“, jedoch in durchaus eigenständigem Charakter. Mit 13.100 Quadratmetern überbauter Fläche ist das Parlament eines der größten Ringstraßenbauwerke. 1945 wurde es durch Bomben schwer beschädigt, bis 1956 durch Max Fellerer und Eugen Wörle wieder aufgebaut. Früher war es Sitz des Abgeordnetenhauses und des Herrenhauses, heute dient es als Heimstätte des Nationalrates und des Bundesrates. Die beiden Bauhälften sind durch einen tempelartig angelegten Mittelteil verbunden. Die Front des Parlaments nimmt ein mächtiges, fünf Meter hohes Standbild der Pallas Athene ein.

Rathaus
Rathausplatz 1, 1010 Wien, Tel. +43/1/4000-0; www.wien.gv.at

Der Bau eines neuen Rathauses wurde Mitte des 19. Jahrhunderts zu einer Notwendigkeit, da das seit 1316 bestehende, des Öfteren erweiterte alte Rathaus in der Wipplingerstraße 8 den Ansprüchen in keiner Weise mehr entsprach. Geplante Standorte waren ursprünglich hinter der heutigen Börse, dann wieder gegenüber dem Stadtpark. Erst 1870 gelang es Bürgermeister Cajetan Felder, von Kaiser Franz Joseph I. die Zustimmung zum Bau auf dem damaligen Exerzier- und Paradeplatz zu erlangen. Aus der Konkurrenzausschreibung ging Dombaumeister Friedrich von Schmidt mit seinem Projekt „Saxa loquuntur“ als Sieger hervor, das von 1872 bis 1883 verwirklicht wurde.
Das Zentrum des Rathauses ist der Arkadenhof, der größte der insgesamt sieben Höfe des streng symmetrischen Gebäudes. Über die beiden Feststiegen gelangt man in den für Repräsentation und Festlichkeiten vorgesehenen Teil des Rathauses. Auf seiner Spitze befindet sich der Rathausmann von Alexander Nehr, ohne Fahnenstange 3,40 Meter hoch und 650 Kilogramm schwer. Das Rathaus ist nun seit mehr als 100 Jahren Sitz des Bürgermeisters, seit 1922 auch des Landeshauptmanns von Wien, Tagungsort von Gemeinderat und Stadtsenat sowie Verwaltungszentrum der Stadt Wien.

Historisches Wien

Vor mehr als 2000 Jahren entwickelte sich Wien durch die günstige Lage am Schnittpunkt uralter Verbindungswege zu einem wichtigen Knotenpunkt. Einst Habsburgerresidenz und Kaiserstadt, konnte Wien seine Stellung in der europäischen Geschichte bis in die Gegenwart behaupten. Heute dient Wien als UNO-Stadt der Begegnung der verschiedensten Völker und Nationen.

MITTELALTERLICHES WIEN

Aus dem Mittelalter sind leider nur wenige Baudenkmäler (meistens Kirchen) erhalten geblieben. Weiters existieren noch einige Mauerteile der Ringbefestigung und einzelne, meist überbaute Wohnhäuser. Zum Teil sehr reichhaltige Sammlungen aus dem Mittelalter finden sich z. B. im Kunsthistorischen Museum, im Belvedere, im Österreichischen Staatsarchiv, in den Museen der Stadt Wien usw.

Bild: Stephansdom, Quelle: BMUKK

Stephansdom
Der erste große Bau entstand zwischen 1137 und 1147 mit der Errichtung einer monumentalen hochromanischen Pfeilerbasilika. Der Neubau eines gotischen Domes begann 1304 mit einem dreischiffigen kreuzrippengewölbten Hallenchor. In den letzten Jahrzehnten des 15. Jahrhunderts erfolgte die vollständige Hochführung von Langhaus und Querschiff sowie die partielle Umgestaltung der Westfront.
www.stephanskirche.at

Stephansplatz
Der Platz um den Stephansdom wurde ursprünglich nach dem rund um die Kirche befindlichen Stephansfriedhof benannt. Von der Rotenturmstraße zur Kärntner Straße standen hier, vom Norden nach Süden gesehen, das Mesnerhaus, der Heilthumstuhl (bereits 1699 abgebrochen), das Bahrleihhaus und der dem Hl. Virgilius geweihte „Neue Karner“ unter der 1781 abgebrannten Maria-Magdalena-Kirche. Die Grundmauern dieses Gotteshauses sind in der U-Bahn-Station zu sehen. Der Friedhof wurde 1792 aufgelassen, der ganze Platz baulich umgestaltet. Durch Demolierung der Häuserzeile vor dem Dom verlor der Stock-im-Eisen-Platz die bauliche Trennung vom Stephansplatz, mit dem er seither übergangslos verbunden ist.

Maria am Gestade, 1010 Wien, Salvatorgasse 12
Auf einem Steilhang, der durch eine moderne Treppenanlage überwunden wird, erhebt sich die Kirche Maria am Gestade, deren Langhaus Michael Knab 1414 vollendet hat. In städtebaulich interessanter Lage erbaut, stellt Maria am Gestade eines der schönsten Beispiele Wiener Gotik dar. Das Innere der Kirche bezaubert durch den Kontrast des dunklen, steilen Langhauses und des hellen, lichtdurchfluteten Chors, der schon 1370 vollendet war.

Minoritenkirche, 1010 Wien, Minoritenplatz
Die Minoritenkirche entstammt der Mitte des 14. Jahrhunderts und gehört somit zum raren frühgotischen Baubestand Wiens. Eine Marienstatue am Mittelpfosten und je drei Heiligenstatuen, von denen Ursula (rechts neben Maria) die ausdrucksvollste ist, zeigen eine eigentümliche Verbindung der Wiener Frühgotik mit französischen Einflüssen. Während der 2. Türkenbelagerung 1683 verlor der Turm seinen Helm.

Ruprechtskirche, 1010 Wien, Ruprechtsplatz (Besichtigung nur kurz vor und nach der Messfeier möglich)
Nach der Legende ist die Ruprechtskirche karolingischen Ursprungs (Gründung angeblich um 740), in einer Urkunde des Schottenstiftes aus dem Jahr 1158 wird sie neben der Kirche Maria am Gestade und der Peterskirche erwähnt. Sie gilt als die älteste Kirche Wiens. Die Sicht von Norden wurde erst nach dem Zweiten Weltkrieg freigelegt. Einfache romanische Westturmkirche, im obersten Turmgeschoß gotische Fenster, schlichtes Zeltdach; an der Südseite einfach profiliertes gotisches Portal.
www.ruprechtskirche.at

Stock-im-Eisen-Platz
Die erste Erwähnung dieses alten Wiener Wahrzeichens findet sich in der städtischen Oberkammeramtsrechnung von 1533. Den Stock im Eisen, der zweimal seinen Standort wechselte, aber stets an der Ecke der Kärntner Straße und des alten Rossmarktes stand, hielt man für das Überbleibsel eines Waldes, der bis hierher gereicht haben soll. Der mit einem eisernen Band umgebene Stamm war, wie es hieß, mit einem „unaufsperrbaren“ Schloss versehen, das sich jedoch bei Reparaturarbeiten als Attrappe erwies. Der Stamm ist auf seiner Vorderseite dicht benagelt. Angeblich hatte hier früher jeder wandernde Schlossergeselle einen Nagel eingeschlagen. Diese Sagen entbehren jedoch jeder historischen Grundlage.

Virgilkapelle, 1010 Wien, Stephansplatz
Diese Kapelle wurde bei den Bauarbeiten zur U-Bahn-Station Stephansplatz entdeckt. Darin befand sich unter anderem der dem Hl. Virgilius geweihte „Neue Karner“. Die Virgilkapelle brannte 1781 ab. Die Überreste – vor allem einige prachtvolle Fresken – können in der Station besichtigt werden.

BAROCKES WIEN

Nach dem Sieg über die Türken (1683) begann Wiens Aufstieg zur Hauptstadt einer europäischen Großmacht und zum Zentrum hochbarocker Kultur. Die Herrschaft Maria Theresias und ihres Sohnes Josef II. brachte auf allen Gebieten bedeutende Reformen, mit denen der Weg ins industrielle Zeitalter begann.
Die Einwohner/innenzahl Wiens stieg zwischen 1750 und 1790 von 175.000 auf 235.000, ein Zeichen der raschen wirtschaftlichen Entwicklung. Um diese Zeit entfaltete sich in Wien eine kulturelle Blüte, wie sie wohl keine andere Stadt erlebte.

Bild: Belvedere, Quelle: BMUKK

Belvedere, 1010 Wien , Prinz-Eugen-Straße/Gürtel
1693 erwarb Prinz Eugen das Grundstück zum Bau eines Sommerpalais, mit dessen Errichtung er Johann Lukas von Hildebrandt beauftragte. Zunächst wurde der Park angelegt, dann entstand 1714–1716 das Untere Belvedere (Eingang Rennweg 6) als Wohngebäude, 1721–1723 als Krönung der Anlage das Obere Belvedere für Festlichkeiten.
Zur Bauzeit war die Lage des Schlosses über der Stadt noch wesentlich markanter. Sie gab Anlass zu der Meinung, der Prinz habe das Schloss „über“ die Hofburg stellen wollen. Unter Franz I. wurde im Belvedere ein Garten der österreichischen Flora angelegt, in dem besonders Alpenpflanzen kultiviert wurden. Seit dem Jahre 1923 befindet sich im Belvedere die Österreichische Galerie. Ausgestellt sind österreichische und internationale Spitzenwerke der Malerei und Plastik des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts von der Romantik bis zum Expressionismus.
Historische Bedeutung erlangte das Belvedere noch einmal bei der feierlichen Unterzeichnung des Österreichischen Staatsvertrages am 15. Mai 1955.
www.belvedere.at

Bild: Karlskirche, Quelle: BMUKK

Karlskirche, 1010 Wien, Karlsplatz
Die Karlskirche, benannt nach Karl Borromäus, ist das bedeutendste Wiener sakrale Bauwerk des Barock. Johann Bernhard Fischer von Erlach vereinigte die klassische Architektur von Rom, Griechenland und Konstantinopel in genialer Synthese und schöpferischer Umwertung. Die endgültige Fertigstellung erfolgte erst nach seinem Tod im Jahre 1737. Mit Nachdruck wird dem Beschauer vor Augen geführt, dass es sich hier um ein kaiserliches Bauwerk von universell kirchlichem und imperialem Anspruch in der Residenz eines Weltreiches handelt. Diese Symbolik beherrscht das ganze Bauwerk. Dominierender Akzent im Inneren ist das Deckenfresko Michael Rottmayers mit der Glorie des Kirchenheiligen.

Pestsäule, 1010 Wien, Graben
Auf Grund eines von Kaiser Leopold I. während der Pestepidemie 1679 abgelegten Gelübdes, wurde noch im selben Jahr von Joseph Frühwirth eine ursprünglich hölzerne Säule mit neun Engelsfiguren auf dem Sockel und einer bekrönten Dreifaltigkeitsgruppe errichtet. An ihre Stelle trat 1693 eine marmorne Säule, die von Matthias Rauchmiller und Johann Fischer von Erlach gestaltet wurde. Die äußere Form der Säule weist ein kompliziertes ikonografisches Programm auf, das vom Jesuitenpater Franziskus Menegatti stammt.

Peterskirche, 1010 Wien, Petersplatz
Die Legende führt die Gründung der Peterskirche auf Karl den Großen zurück (792). Als Kaiser Leopold I. im Pestjahr 1679 gelobte, bei Erlöschen der Seuche auf dem Graben eine Dreifaltigkeitssäule zu erbauen, drängte der Superintendent der Dreifaltigkeitsbruderschaft, Franz von Cischni, auf einen repräsentativen Kirchenbau. 1701 wurde der Altbau abgebrochen, am 29. Oktober erfolgte die Grundsteinlegung für den von Gabriel Montani entworfenen Neubau, der vermutlich zum Großteil von Lukas von Hildebrandt ausgeführt wurde. Die Kuppel wurde 1707 fertig gestellt, 1708 wurde der Rohbau vollendet.
www.peterskirche.at

IMPERIALES WIEN

Unter den Habsburgern wurde Wien zum politischen Zentrum einer Weltmacht. Als Residenzstadt konzentrierten sich hier Insignien, Symbole und Bauwerke imperialer Machtentfaltung.

Bild: Hofburg, Quelle: BMUKK

Hofburg,
Diese ausgedehnte, unregelmäßige Gebäudegruppe entstand zwischen dem 13. und dem 20. Jahrhundert. Die oftmals aufgestellte Behauptung, die Anlage ginge bereits auf eine Burg des Babenbergerherzogs Leopold VI. zurück, lässt sich urkundlich nicht untermauern. Die erste Bauphase fällt in die Epoche der Gotik. Daraus ist nur die 1296 erstmals erwähnte, um 1450 vergrößerte Burgkapelle erhalten geblieben. Im 16. Jahrhundert kamen die Renaissance-Stallburg und kurz danach die Amalienburg hinzu, im 17. Jahrhundert der die Amalienburg mit dem Schweizerhof verbindende frühbarocke Leopoldinische Trakt. Im 18. Jahrhundert erfolgte eine groß angelegte spätbarocke Umgestaltung mit Reichskanzleitrakt, Hofbibliothek und Reitschultrakt. Die Stadterweiterung von 1857 ermöglichte schließlich die Inangriffnahme des letzten großen Projektes der „Neuen Hofburg“ (Bauzeit 1881–1913). Die Plätze des Burgkomplexes dokumentieren Entwicklungsphasen und Baustile: der Schweizerhof die Gotik, der Innenhof der Stallburg die Renaissance, der Platz in der Burg zum Teil Frühbarock, der Josefsplatz Spätbarock und der Heldenpatz die historisierende Ringstraßenära.
www.hofburg-wien.at

Kaiserappartements / Sisi-Museum,
Öffnungszeiten: täglich 9 – 17.00 Uhr
Die Wiener Hofburg war über 600 Jahre nicht nur Zentrum des Habsburgerreiches, sondern vor allem Hauptresidenz der kaiserlichen Familie. Die Wohn- und Amtsräume von Kaiser Franz Joseph I. und Kaiserin Elisabeth erzählen von höfischer Tradition und kaiserlicher Lebensart des 19. Jahrhunderts.
Ein Besuch der Kaiserappartements schließt auch das 2004 gegründete Sisi-Museum ein. In insgesamt sechs Räumen begibt man sich auf die Spur der berühmten Kaiserin und entdeckt eine außergewöhnliche Persönlichkeit abseits der gängigen Klischees. Das Museumskonzept von Prof. Rolf Langenfass setzt bewusst auf eine gefühlvolle Inszenierung von Mythos und Wahrheit.

Nationalbibliothek - Prunksaal, 1010 Wien, Josefsplatz 1
Die Sammelgebiete der Österreichischen Nationalbibliothek umschließen alle österreichischen Publikationen sowie ausländische Literatur unter Betonung der Austriaca, der Geisteswissenschaften, der Theologie, des Bibliotheks-, Dokumentations- und Informationswesens wie auch der Geschichte der Sozial-und Wirtschaftswissenschaften sowie der Naturwissenschaften.
Den Benützern von Druckschriften stehen der Hauptlesesaal und der Zeitschriftenlesesaal, beide in der Neuen Burg untergebracht (Eingang Mitteltor), zur Verfügung. Auskünfte erteilt der Dienst habende Bibliothekar. Die Benützung der Druckschriften in der Österreichischen Nationalbibliothek steht allen Personen über 16 Jahren frei, die sich mit einem Lichtbilddokument ausweisen. Zur Nationalbibliothek gehören der Prunksaal, die Handschriften- und Kartensammlung, die Theatersammlung und das Theatermuseum. Architektonisches und künstlerisches Juwel der Nationalbibliothek ist der Prunksaal von Johann Bernhard Fischer von Erlach.
www.onb.ac.at

Kaisergruft, 1010 Wien, Tegetthoffstraße / Neuer Markt
Gleich links von der Kapuzinerkirche befindet sich der Eingang zur Kaisergruft (als „Kapuzinergruft“ bekannt), die von Kaiser Matthias und seiner Gattin Anna zu Beginn des 17. Jahrhunderts gestiftet und bis zum 20. Jahrhundert sukzessive erweitert wurde. In 138 Metallsärgen ruhen hier Mitglieder des Hauses Habsburg, darunter Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und Herrscher des österreichischen Kaisertums.

Schatzkammer, 1010 Wien, Hofburg, Schweizerhof
Die Schatzkammer umfasst etwa 550 Objekte von unschätzbarem Wert: Kronen, Zepter, Ornate und Juwelen, darunter die Insignien des Heiligen Römischen Reiches und jene des Kaiserreiches Österreich, den Schatz des Ordens vom Goldenen Vlies (Burgunderschatz) sowie Paramente, Reliquiare und kultische Geräte aus der Geistlichen Schatzkammer. Zu den schönsten historischen Stücken zählt ein Gefäß aus einem 2680 Karat schweren Smaragd.

Bild: Schoenbrunn, Quelle: BMUKK

Schönbrunn,
Schönbrunn war ursprünglich ein kleines Jagdschloss. 1683 wurde es durch die Türken vollständig zerstört und blieb zunächst Ruine, bis Leopold I. den Entschluss fasste, für seinen Sohn und Nachfolger Joseph I. eine neue Sommerresidenz vom Architekten Johann Bernhard Fischer von Erlach errichten zu lassen. Maria Theresia ordnete einen Umbau an, der 1744 bis 1750 nach Plänen des Hofarchitekten Nikolaus Pacassi durchgeführt wurde. Seit Franz I. fungierte Schönbrunn als dauernde Residenz der österreichischen Kaiser. Die Kriegsschäden des Zweiten Weltkrieges wurden nach 1945 beseitigt. Die Gesamtanlage ist etwa 185 Hektar groß, das Schloss selbst bedeckt eine Fläche von 6300 Quadratmetern und besitzt etwa 60 Prunkräume, während die übrigen 260 Räumlichkeiten als Wohnungen, Kanzleien oder untergeordnete Nebenräume einfach ausgestattet sind.
www.schoenbrunn.at

Park von Schönbrunn
Der Schlosspark wurde 1705/1706 von Jean Trehet angelegt. Um 1750 entwarf Jean Nicolas Jadot de Ville-lssey den Kammergarten und den Kronprinzgarten. Um 1765 erfolgte nach Entwürfen von Adrian van Steckhoven und Ferdinand von Hohenberg eine Gesamtänderung nach französischen Vorbildern. Im linken Teil des Parks befindet sich unter gepflegten Alleebäumen der „Schöne Brunnen“. Die südliche Begrenzung des Gartenparterres bildet der Neptunbrunnen mit Plastiken von Franz Anton Zauner. Eine besondere Attraktion ist auch die Gloriette, eines der „Wahrzeichen“ von Schönbrunn.

Palmenhaus *)
Mai bis Ende September: täglich 9.30 bis 18 Uhr (letzter Einlass 17.30 Uhr), Oktober bis Ende April: täglich 9.30 bis 17 Uhr (letzter Einlass 16.30 Uhr). Das 1882 errichtete Palmenhaus in Schönbrunn ist als Beispiel einer außen liegenden eisernen Tragkonstruktion mit doppelter Verglasung einzigartig und zählt zu den größten Glashäusern der Welt (110 Meter lang, 28 Meter breit, 30 Meter hoch).

Bild: Panda, Quelle: BMUKK

Tiergarten *), 1130 Wien, Maxingstr. 13b,
Täglich geöffnet. Jänner, November, Dezember: 9.00 bis 16.30 Uhr, Februar: 9.00 bis 17.00 Uhr
März und Oktober: 9.00 bis 17.30 Uhr, April: 9.00 bis 18.00 Uhr, Mai bis September: 9.00 bis 18.30 Uhr
Beim Tiergarten handelt es sich angeblich um den ältesten Zoo der Welt, er ist auf jeden Fall der älteste noch bestehende Tierpark Europas (1752). Im Zweiten Weltkrieg wurde er schwer beschädigt, danach unter Entfernung von Veränderungen des 19. Jahrhunderts nach Entwürfen von Michael Engelhart wieder aufgebaut. Der ursprüngliche Schönbrunner Tiergarten umfasste das gesamte Areal des Parks. Er war ein Jagdgehege, in dem für einen großen und leicht jagdbaren Tierbestand gesorgt wurde.
www.zoovienna.at

Bild: Wagenburg - Prunkwagen, Quelle: BMUKK

Wagenburg *), 1. Jänner bis 27. März: Di–So 10.00 bis 16.00 Uhr, 28. März bis 31. Oktober: Mo–So 9.00 bis 18.00 Uhr, 3. November bis 30. Dezember: Di–So 10.00 bis 16.00 Uhr
Es handelt sich hierbei um eine der größten Sammlungen historischer Prunk-und Gebrauchswagen sowie von Fahrzeugen des Wiener Hofes aus der Zeit von 1690 bis 1918.

*) Beim Besuch von Schönbrunn (Schloss) im Rahmen der Aktion "Österreichs Jugend lernt die Bundeshauptstadt kennen" übernimmt das BMUKK darüber hinaus nur die Kosten für eine der zusätzlich angegebenen Besuchsmöglichkeiten!

WIEN UM 1900

Kunst und Kultur Wiens um 1900 sind in den letzten Jahren immer mehr zu einem Begriff geworden. Die Zeit um 1900 war sowohl in der Kunst als auch in der Wissenschaft von geistigen Aufbrüchen geprägt.
Jugendstil und Psychoanalyse fanden damals ihren Ursprung. Otto Wagner, Adolf Loos, Theodor Herzl, Arthur Schnitzler, Sigmund Freud, Hugo von Hofmannsthal, Robert Musil, Karl Kraus, Gustav Klimt, Oskar Kokoschka, Gustav Mahler, Arnold Schönberg und Ludwig Wittgenstein waren wichtige Persönlichkeiten, die dieser Zeit ihren Stempel aufdrückten.

Kursalon
Der Kursalon wurde 1865 bis 1867 nach den Plänen von Johann Garben im Stil der italienischen Renaissance erbaut. Hier fanden seinerzeit die berühmten „Promenadenkonzerte“ von Eduard Strauß und die vieler Militärkapellen statt.

Ringstraße
Nach Beschluss Kaiser Franz Josephs I., die aus der Renaissance stammenden Festungsanlagen (Basteien) niederzureißen und das die Stadt umgebende Glacis verbauen zu lassen (1857), wurden umfassende Pläne für die Gestaltung der frei gewordenen Flächen erstellt. Unter anderem wurde die Anlage einer die Stadt polygonartig umschließenden Prachtstraße vorgesehen, an der die bedeutendsten öffentlichen Gebäude ihren Platz finden sollten; im Übrigen wurde die Verbauung der „Ringstraßenzone“ zur Domäne des Wiener Großbürgertums und des Hochadels, die ihre Ehre daran setzten, die kaiserliche Residenzstadt zu verschönern. Die Ringstraße ist rund vier Kilometer lang, 57 Meter breit und von Alleen gesäumt; sie wurde 1858 begonnen und am 1. Mai 1865 feierlich eröffnet. Die Ringstraße, deren architektonische Bedeutung als weltberühmte Leistung des Historismus erst in jüngster Zeit volle Anerkennung gefunden hat, ist auf weiten Strecken in voller Ensemblewirkung erhalten geblieben.

Bild: Secession, Quelle: BMUKK

Secession, 1010 Wien, Friedrichstraße 12, Tel. +43/1/587 53 07
Das Secessionsgebäude wurde 1898 nach Plänen von Joseph Maria Olbrich als Ausstellungshaus für die Vereinigung bildender Künstler Wiener Secession errichtet. Die Verwendung von Materialien wie Glas und Metall, die Betonung der Funktionalität und Reduzierung auf klare Kuben war für das Wien um 1900 etwas völlig Neues. Heute gilt die Secession als ein Schlüsselwerk des Wiener Jugendstils am Schnittpunkt zwischen Historismus und Moderne in Europa. Das programmatische Leitmotiv der Künstlervereinigung Der Zeit ihre Kunst, der Kunst ihre Freiheit, das in goldenen Lettern oberhalb des Portals leuchtet, hat nichts an Gültigkeit verloren. Neben Wechselausstellungen zeitgenössischer Kunst wird als Dauerpräsentation der Beethovenfries gezeigt, den Gustav Klimt im Rahmen der XIV. Ausstellung in der Secession 1902 geschaffen hat.
www.secession.at

Quelle: Auszug aus dem Leitfaden der Aktion „Österreichs Jugend lernt ihre Bundeshauptstadt kennen“

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