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Digitalisierung des kulturellen Erbes

Zusammenarbeit im Rahmen der EU

Die Europäische Kommission befasst sich bereits seit 2000 damit, wie kulturelles Material digitalisiert und online verfügbar gemacht werden kann. Zwischen 2000 und 2005 hat sie mehrere Forschungsprojekte ko-finanziert und die bessere Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten gefördert, die ihr kulturelles Erbe online verfügbar machen wollten.

Im Juni 2005 machte Kommissarin Reding „digitale Bibliotheken“ zu einer Vorreiterinitiative der „i2010-Initiative” der EU für eine europäische Informationsgesellschaft, durch die Wachstum und Beschäftigung gefördert werden. Im September 2005 skizzierte die Kommission die erforderlichen Maßnahmen, um Europas kulturelles und wissenschaftliches Erbe allen zugänglich zu machen und forderte im August 2008 die Mitgliedstaaten auf, ihre Anstrengungen im Hinblick auf einen Beitrag zur einem gemeinsamen Onlineportal zu Europas digitalem kulturellem Erbe – „Europeana“ zu verstärken, insbesondere durch die Bereitstellung von mehr Mitteln für die Digitalisierung und klare Zahlenangaben zu dem Material, das sie zu digitalisieren beabsichtigen.

Weiterführende Informationen und Materialien:
i2010-Initiative der EU zu digitalen Bibliotheken
EK-Mitteilung „i2010: Eine europäische Informationsgesellschaft für Wachstum und Beschäftigung“ vom 1. Juni 2005
EK-Mitteilung „i2010: Digitale Bibliotheken“ vom 30. September 2005
EK-Empfehlung zu „Digitalisierung und Online-Zugänglichkeit kulturellen Materials und dessen digitaler Bewahrung“ vom 24. August 2006
Schlussfolterungen des Rates zu „Digitalisierung und Online-Zugänglichkeit kulturellen Materials und dessen digitaler Bewahrung“ vom 13. November 2006
Entschließung des Europäischen Parlaments zu „i2010: Auf dem Weg zu einer Europäischen Digitalen Bibliothek“ vom 27. September 2007
EK-Mitteilung „Europas kulturelles Erbe per Mausklick erfahrbar machen. Stand der Digitalisierung und Online-Verfügbarkeit kulturellen Materials und seiner digitalen Bewahrung in der EU“ vom 11. August 2008
Schlussfolgerungen des Rates zur „Europäischen Digitalen Bibliothek EUROPEANA“ vom 20. November 2008

Europäische ExpertInnengremien

Zur Begleitung der Arbeit der Europäischen Kommission wurden zwei beratende ExpertInnengremien ins Leben gerufen:

Die „Hochrangige Expertengruppe zu digitalen Bibliotheken“ (High Level Expert Group - HLEG) wurde 2006 eingerichtet und setzt sich aus VertreterInnen des öffentlichen und privaten Sektors aus kulturellen Einrichtungen, der IKT-Industrie, wissenschaftlichen Einrichtungen und InhaberInnen von Rechten zusammen. Die HLEG tage zwei Mal pro Jahr und beratet die Kommission in Fragen der strategischen Ausrichtung digitaler Bibliotheken, sowie damit verbundenen organisatorischen, rechtlichen und technischen Herausforderungen.

Die „Sachverständigengruppe der Mitgliedstaaten für Digitalisierung und die digitale Bewahrung“ (Member States Expert Group - MSEG) löste 2007 die „National Representatives Group on Digitisation“ ab und setzt sich aus ein bis zwei durch die Mitgliedstaaten ernannte Sachverständige zusammen. Die MSEG tage halbjährlich und dient der Beobachtung und Folgenabschätzung der Umsetzung der Empfehlungen der Kommission im Bereich Digitalisierung sowie dem Best-Practice Austausch zwischen den EU-Mitgliedstaaten.

Weiterführende Informationen:
EK-Beschluss zur Einsetzung der Hochrangigen Expertengruppe zu digitalen Bibliotheken vom 25. März 2009
EK-Beschluss zur Einsetzung der Sachverständigengruppe der Mitgliedstaaten für Digitalisierung und die digitale Bewahrung (Member States Expert Group on Digitisation and Digital Preservation) vom 22. März 2007

Europeana, das Onlineportal zu Europas kulturellem Erbe

Seit November 2008 ist der Prototyp von Europeana, das multimediale Onlineportal zu Europas verteiltem kulturellem Erbe, für die Öffentlichkeit zugänglich. Unter www.europeana.eu haben Internetnutzer über ein mehrsprachiges Portal aus aller Welt freien Zugriff auf über zwei Millionen digitalisierter Bücher, Landkarten, Aufnahmen, Fotografien, Archivdokumente, Gemälde und Filme aus Nationalbibliotheken und Kulturinstituten der 27 EU-Mitgliedstaaten.

Im Jahr 2005 von der Europäischen Kommission initiiert, wurde Europeana in enger Zusammenarbeit der Nationalbibliotheken und anderer kultureller Einrichtungen der Mitgliedstaaten sowie mit nachdrücklicher Unterstützung des Europäischen Parlaments aufgebaut. Europeana wird von der European Digital Library Foundation betrieben, in der sich die wichtigsten europäischen Verbände von Bibliotheken, Archiven, Museen, audiovisuellen Archiven und kulturellen Einrichtungen zusammengeschlossen haben. Verwaltet wird Europeana von der niederländischen Nationalbibliothek, der Koninklijke Bibliotheek.

Bis dato haben über 1000 Kulturorganisationen aus ganz Europa Material aus ihren Sammlungen für Europeana bereitgestellt. Über den Prototyp sind auch digitalisierte Bestände dreier österreichischer Institutionen abrufbar: Des Staatsarchivs (Urkunden), der Österreichische Nationalbibliothek (Bildarchiv etc.) und der Österreichische Mediathek (Videos).

Links:
Europeana
Europeana Press Package
European Digital Libraries Foundation

Erfassung der digitalisierten Bestände Europas - NUMERIC

Um einen quantitativen Überblick über Digitalisierungsumfang und –fortschritt zu erlangen, hat die Europäischen Kommission 2007 die sogenannte NUMERIC Studie in Auftrag gegeben. Ziel dieser Studie ist die erstmalige gesamteuropäische Erfassung (EU 27 ohne Malta) des Umfangs von bereits digitalisiertem und noch zu digitalisierendem Material aller Sparten von Kulturinstitutionen – Bibliotheken, Archiven, Museen und audiovisuellen Sammlungen – um auf Basis einheitlicher Messgrößen vergleichbare Daten zu Stand, Fortschritt und weiterem Handlungsbedarf in den EU-Mitgliedstaaten zu gewinnen.

Durchgeführt wurde die Studie durch die Firma IPF Limited in London. Die Koordination der Datenerhebung erfolgte national, in Österreich durch das BMUKK.

Die Ergebnisse der NUMERIC Studie werden für Ende 2009 erwartet.

Link:
www.numeric.ws

Für weitere Informationen:
irene.hyna@bmukk.gv.at

 

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